Gedenken

Nordstadt-Platz trägt bald den Namen des NSU-Mordopfers Mehmet Kubasik

Fast 13 Jahre nach dem Mord des Dortmunder Bürgers Mehmet Kubasik in der Nordstadt durch die Terrorzelle "NSU" benennt die Stadt einen Platz nach ihm. Ein Rechtsextremist stimmte dagegen.

Die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erschütterte Deutschland. Ein Opfer war der Dortmunder Mehmet Kubasik. Nach ihm wird in der Nordstadt nun ein Platz benannt. Das hat die Bezirksvertretung Innenstadt-Nord am Mittwoch beschlossen. Verfassungsschutzbehörden gerieten in die Kritik, weil sie die Terrorzelle über Jahre gekannt haben, aber nicht eingeschritten sein sollen. Das rechtsextreme Trio Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe tötete zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen: neun Bürger mit ausländischen Wurzeln und eine Polizistin.

Anfangs wurden die Taten in den Medien verharmlosend als "Dönermorde" dargestellt. Als nach dem Suizid von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt klar war, dass es einen terroristischen Hintergrund gab, nahmen auch die Ermittlungen von Polizei und Justiz eine Wende.

Mord in Dortmund bis heute nicht vollständig aufgeklärt

Der Mord an Mehmet Kubasik in seinem Kiosk an der Mallinckrodtstraße in der Nordstadt ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Zwar ist belegt, dass er im April 2006 mit der gleichen Waffe erschossen worden ist wie andere Opfer aus der Mordserie. Bis heute ist allerdings nicht vollständig aufgeklärt, warum die Terrorgruppe ausgerechnet diesen Kiosk als Tatort und Mehmet Kubasik als Opfer ausgewählt hat. Der Tatort lag in der Nähe einer Gaststätte, die Neonazis als Treffpunkt diente, und in der Nähe ihrer privaten Anschriften.

Fast 13 Jahre nach der Tat benennt die Stadt den Platz am Eck Münsterstraße/Mallinckrodtstraße/Kleine Burgholzstraße in "Mehmet-Kubasik-Platz" um. Diesen Beschluss fasste die Bezirksvertretungg Innenstadt-Nord nach einem gemeinsam verfassten Antrag von SPD, CDU, Die Linke, Piraten und Grünen. Ein Rechtsextremist mit Stimmrecht in derBezirksvertretung stimmte gegen den Antrag der anderen Fraktionen.

2012 schon eine Gedenktafel beschlossen

Im März 2012 hatte die Bezirksvertretungg bereits beschlossen, mit einer Gedenktafel an Mehmet Kubasik zu erinnern. Den Platz nach seinem Namen zu benennen sei Ausdruck eines großen Anliegens der Stadtgesellschaft, an Mehmet Kubasik zu erinnern und "Stellung gegen Rechtsextremismus zu beziehen". So steht es in dem Antrag.

Bisher wurde das Dreieck zwischen den drei Straßen inoffiziell als "Platz der Nationen" bezeichnet. Mehrfach demonstrierten dort Neonazis bei Versammlungen ihre Ausländerfeindlichkeit. Die Benennung des Platzes nach Mehmet Kubasik kann zur Folge haben, dass Nazi-Kundgebungen dort nicht mehr stattfinden dürfen.

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