Geduldsprobe für Pendler

A 52 wird saniert

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Marl - Kaum standen die ersten Baustellenschilder, da krachte es bereits auf der Autobahn A 52 bei Marl-Zentrum. Am Montag begannen die Vorbereitungen für die Sanierung der Trasse, die bis Ende 2020 dauern soll.

Rund 32.000 Kraftfahrzeuge rollen täglich über die Autobahn A 52 im Bereich Marl – und vor allem der Anteil des Lkw-Verkehrs mit fast zwölf Prozent wächst und wächst. Dafür sorgt der Chemiepark ebenso wie die neuen Logistik-Standorte in der Nachbarschaft. „Kein Wunder, dass die Fahrbahn sanierungsbedürftig ist“, meint Markus Miglietti, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW.

Bis Ende des kommenden Jahres will die Straßenbauverwaltung die Autobahn auf den neuesten Stand bringen: Fahrbahndecke und Unterbau sowie die Lärmschutzwände sollen auf dem 5,8 Kilometer langen Streckenabschnitt erneuert werden. „Wegen der Nähe zur Wohnbebauung, etwa der Wald-Siedlung, ist vorgesehen, in einem Teilbereich sogenannten Flüsterasphalt zu verwenden“, versichert Pressesprecher Miglietti auf Anfrage unserer Zeitung. Außerdem werden acht Brückenbauwerke und die Notrufeinrichtungen entlang der Strecke saniert.

Für den Bauablauf plant Straßen.NRW mit mehreren Phasen: Dabei geht es zuerst um die Herstellung von Nothaltebuchten und Mittelstreifenüberfahrten. Dafür sollen die beiden verengten Fahrstreifen jeweils nach außen gedrückt werden.

Bis zur Winterpause soll zuerst die Grunderneuerung der Fahrbahn in Fahrtrichtung Gelsenkirchen erfolgen. Im kommenden Frühjahr dann werden die Sanierungsarbeiten in Richtung Haltern in Angriff genommen. „Während dieser Zeit müssen die Autofahrer mit Tempolimits von 60 bzw. 80 km/h rechnen“, kündigt Miglietti an.

Abfahrt zum Chemiepark wochenlang gesperrt

Schlimmer wird Tausende Pendler und Lkw-Fahrer allerdings die umfangreiche Sanierung der Anschlussstellen Marl-Zentrum und Marl-Frentrop treffen. Denn die Anbindungen zum Chemiepark müssen wochenlang gesperrt werden. „Ein Termin für diese Arbeiten steht noch nicht fest“, so Markus Miglietti. „Wir werden jeden größeren Eingriff in den Verkehr durch die Tagespresse mitteilen“, verspricht er.

Überhaupt will sich Straßen.NRW beim Zeitplan nicht genau festlegen: „Da kann ich auch in eine Glaskugel schauen. Ja, wir wollen Ende 2020 fertig sein, doch bei solchen Sanierungen muss man immer mit unangenehmen Überraschungen rechnen“, sagt Miglietti. Ob Regen, lange Frostperioden oder Bergsenkungen – es gibt viele Gründe, die die Straßenbauer um Wochen zurückwerfen können.

Zur Erinnerung: Bei der letzten Fahrbahnsanierung im Jahr 2002 war auf der Piste ein lautstarker Waschbrett-Effekt entstanden, den die Baufirma anschließend mit großem Aufwand abstellen musste. Immerhin wurden damals 26.000 Quadratmeter Asphalt abgefräst und neu gegossen – auf Kosten der Baufirma.

Hoffentlich war der Auffahrunfall am Montag, bei dem zwei Pkw und zwei Lkw beteiligt waren, nicht erneut ein schlechtes Omen für die A 52-Sanierung. Wenigstens blieb es beim Blechschaden.

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