Keuchhusten kann lebensbedrohlich sein. Auch Erwachsene sollten sich um eine Impf-Auffrischung kümmern.
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Keuchhusten kann lebensbedrohlich sein. Auch Erwachsene sollten sich um eine Impf-Auffrischung kümmern.

Erfolg im Kampf gegen den Keuchhusten

Gefährliche Krankheit geht im Kreis Recklinghausen  zurück - jetzt am Ball bleiben

  • Dr. Thomas Brysch
    vonDr. Thomas Brysch
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Keuchhusten kann lebensgefährlich sein. Die Zahl der Fälle geht im Kreis RE zurück. Es gibt eine Impfung. Die Krankenkasse rät gerade jetzt: Auch Erwachsene sollten am Ball bleiben.

  • Die Zahl der Keuchhustenfälle ist im Kreis Recklinghausen stark zurückgegangen.
  • Die Krankheit kann lebensgefährlich sein, besonders für Kinder.
  • Experten raten auch Erwachsenen, gerade jetzt den Impfschutz aufzufrischen, um die positive Tendenz zu stabilisieren.

Die Zahl der mit dem Coronavirus Neuinfizierten geht im Kreis Recklinghausen weiter zurück  und auch bei einer anderen gefährlichen Atemwegserkrankung gibt es gute Nachrichten: Im Kreis Recklinghausen ist die Anzahl der gemeldeten Keuchhustenfälle im Jahr 2019 gesunken. Insgesamt wurden 40 Infektionsfälle gemeldet, in 2018 waren es noch 72. Das teilte heute die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit.

"Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen nicht vernachlässigen"

Und während die Welt bei Corona verzweifelt nach einem Heil- und Vorbeugemittel sucht, ist bei Keuchhusten die Hilfe so nah. Es gibt sein vielen Jahren einen bewährten Impfstoff. AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock appelliert deshalb an die Menschen im Kreis Recklinghausen: „Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, raten wir, unbedingt die empfohlenen Impfungen insbesondere bei Säuglingen und Kindern vorzunehmen. Aber auch die Auffrischungsimpfung bei Erwachsenen sollte nicht vernachlässigt werden".

Lebensgefährliche Atempausen bei Kindern

Es geht um viel, es geht um Menschenleben. Keuchhusten kann lebensbedrohlich sein, besonders für kleine Kinder.  Gerade im ersten Lebensjahr werden immer wieder schwere Erkrankungsverläufe beobachtet. Atemnot durch angeschwollene Atemwege und Erbrechen sind häufige Begleiterscheinungen. Bei kleinen Kindern können Atempausen lebensgefährlich werden, insbesondere im Schlaf. 

Im Impfbuch wird die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) dokumentiert.


Es gibt keine Impfpflicht, aber der Verzicht kann bittere Folgen haben

Die Impfung gegen Keuchhusten gehört zu den Kombinationsimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab dem dritten Lebensmonat empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlt werden. Auffrischungsimpfungen sind im Alter von fünf bis sechs Jahren sinnvoll. Eine Pflicht zu dieser Impfung gibt es in Deutschland nicht. „Eltern sollten jedoch bedenken, dass sie durch vorbeugendes Impfen unter Umständen schwerwiegende Gesundheitsschäden von ihrem Kind abwenden können“, so Kock.

Durchgemachte Krankheit allein schützt nicht vor Neuinfektion

Aber nicht nur bei Kindern ist die Impfung relevant. Auch für Erwachsene wird die Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Sie wird einmalig als Kombinationsimpfung mit der Impfung gegen Tetanus und Diphterie durchgeführt. „Zu der Impfung wird geraten, weil weder eine durchgemachte Erkrankung noch die empfohlene Grundimmunisierung im Kindesalter ein Leben lang vor der Erkrankung schützen", so Kock.

Kein Zuckerschlecken: So verläuft die Krankheit typischerweise:

  • Keuchhusten (Pertussis) wird durch ein Bakterium mit Namen Bordetella pertussis übertragen.
  •  Die Ansteckung erfolgt über kleinste Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen versprüht werden.
  •  Die Erkrankung ist hochansteckend und langwierig
  • Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen (maximal jedoch 20 Tagen) treten die typischen Krankheitserscheinungen auf, die in der Regel einige Wochen bis Monate andauern.
  •  Anfangs kommt es zu Schnupfen, eventuell Heiserkeit und Husten. Sofern Fieber auftritt, ist es eher niedrig.
  •  Diese grippeähnlichen Symptome dauern ein bis zwei Wochen an. Im Verlauf entstehen heftige Hustenanfälle, die der Krankheit ihren Namen geben. Diese Hustenattacken gehen häufig mit Erbrechen einher und können sehr zahlreich sein.
  •  Die Dauer dieses Erkrankungsstadiums kann vier bis sechs Wochen betragen. Dann folgen sechs bis zehn Wochen, in denen die Hustenanfälle allmählich abklingen.

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