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Frust und Freude dicht beieinander: Während die Schalker Nabil Bentaleb (l.) und Alessandro Schöpf frustriert sind, jubeln die Bremer Spieler über ein Tor beim 2:0-Sieg.

0:2 gegen Bremen

Schalker Frust auf allen Ebenen

Gelsenkirchen - Wenn viele Schalker Fans sich auf den Heimweg machen, bevor der Schlusspfiff in der Veltins-Arena ertönt, dann stimmt etwas nicht. Wenn die Spieler sich auf den Weg in die Kurve machen, um sich für die Unterstützung zu bedanken und es Pfiffe von den eigenen Fans gibt, dann stimmt etwas nicht. Und wenn es bis zur 58. Minute dauert, ehe Schalke gegen Werder Bremen die erste echte Torchance erspielt, dann stimmt etwas überhaupt nicht mehr bei den Königsblauen.

Die Ernüchterung war groß, nachdem Werder Bremen mit dem 2:0 (1:0)-Erfolg den Blau-Weißen die sechste Niederlage im achten Bundesligaspiel beibrachten. Maximilian Eggestein schlug zweimal eiskalt zu. „Dass der eine oder andere ein paar Minuten früher geht, ist zwar schade, aber für uns kein Problem. Das haben wir zu akzeptieren. Es gibt kein Stadion in Deutschland, in dem eine Mannschaft, die in unserer Situation steckt, ein Spiel verliert und keiner pfeift. Ich fand trotzdem, dass die Zuschauer uns großartig unterstützt haben“, sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel.

Klartext von Naldo

Dem Schalker Sportvorstand stand die Enttäuschung über den uninspirierten Auftritt der eigenen Mannschaft ins Gesicht geschrieben. Der Auftakt von drei „Englischen Wochen“ in Folge sollte den Königsblauen eigentlich dazu dienen, die Erfolgsserie von drei Pflichtspielsiegen hintereinander auszubauen und noch mehr Selbstvertrauen zu gewinnen.

Doch das Gegenteil war der Fall. Schalke ist nach dieser erneuten Enttäuschung aktuell Tabellensechzehnter, so dass Heidel sich genötigt sah, die Prioritäten zurechtzurücken: „Wir sollten damit aufhören, zu berechnen, wie viele Punkte uns zu irgendwelchen Plätzen fehlen. Jetzt geht es erst einmal nur darum, da unten raus zu kommen. Das ist das A und O.“

Doch um das zu erreichen, müsste Schalke zum Beispiel die Kurzarbeit in Sachen Torproduktion endlich überwinden. Fünf Treffer in acht Bundesliga-Partien sind eine kümmerliche Bilanz, die so langsam auch an den Nerven der Beteiligten zehrt.

Naldo, der wegen der Verletzung von Torhüter Ralf Fährmann erstmals als Schalke-Kapitän fungierte, wurde deutlich: „Wir sprechen ständig darüber, was wir besser machen sollen, aber wir müssen es endlich kapieren und auf dem Platz umsetzen. Und zwar so schnell wie möglich.“

Mittwoch gegen Istanbul

Sonst droht Schalke ein heißer Herbst. Schon am Mittwoch wartet in Istanbul die nächste sportliche Herausforderung in der Champions League. Dass Galatasaray bei seiner „Generalprobe“ vor dem Aufeinandertreffen mit den Königsblauen nicht über ein 1:1 gegen Bursaspor hinauskam, dürften die Blau-Weißen kaum beruhigen. Zumal die Mängelliste, die Trainer Domenico Tedesco nach der Niederlage gegen Bremen auflistete, enorm lang war.

Die Spieleröffnung sei momentan „sicherlich ausbaufähig“. Seine Spieler würden oft „die falschen Entscheidungen treffen“, die Spielweise sei „teilweise schlampig mit technischen Fehlern drin“. Und es habe „an genügend Fantasie gefehlt, um Torchancen zu kreieren“.

Das alles hörte sich alles andere als optimistisch an. Christian Heidel sieht jedoch keinen Anlass, mit einer „Brandrede“ das Team auf die kommenden Aufgaben einzuschwören: „Brandreden hält man dann, wenn man den Eindruck hat, dass einige nicht verstanden haben, worum es geht. Diesen Eindruck hatte ich in dieser Woche nicht. Wenn ich sagen würde, wie wir Fußball spielen sollen, würde ich mich in die Belange des Trainers einmischen. Das habe ich noch nie gemacht. Zumal es der Trainer viel, viel besser kann als ich“, betonte der 55-Jährige.

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