Geldtransporter-Überfälle

Angeklagter klärt weitere Taten der Panzerfaust-Bande auf

Dortmund - Seit Monaten verhandelt das Hagener Landgericht über eine Serie von 15 Raubüberfällen auf Geldtransporter. Jetzt verpfeift einer der Angeklagten seine ehemaligen Freunde in weiteren Fällen.

Bei jedem Prozesstag sitzt der Angeklagte buchstäblich in der zweiten Reihe. Vor ihm die mutmaßlichen Haupttäter, neben ihm diejenigen, die nur an einzelnen Taten beteiligt gewesen sein sollen. Seine vermeindlich untergeordnete Rolle bedeutet allerdings nicht, dass nicht auch dieser Angeklagte es schaffen kann, im Mittelpunkt zu stehen. Demnächst wird es so weit sein.

Wie am Montag bekannt wurde, hat der Angeklagte zuletzt die Flucht nach vorne angetreten. Er hat einen weiteren Verteidiger beigeordnet bekommen und mit diesem offenbar beschlossen, noch einmal ausführlich mit der Staatsanwaltschaft zu sprechen.

Bisher wurden der Bande 15 Taten zur Last gelegt

Wie es heißt, ist der Mann an zwei Tagen jeweils mehrere Stunden lang vernommen worden. Die Niederschrift der Befragung umfasst viele Seiten. Inhaltlich ist die Aussage offenbar ebenfalls höchst interessant. 15 Taten werden der Bande zur Last gelegt, jetzt soll der Angeklagte weitere Überfälle geschildert haben, die ebenfalls auf das Konto seiner Freunde gehen sollen. Viele Jahre liegen diese Überfälle bereits zurück. Bislang tappten die Ermittlungsbehörden im Dunkeln.

Mögliches Urteil wird sich verzögern

Wann das Gericht die neuen Angaben öffentlich macht, in dem es den Angeklagten in der Verhandlung selbst noch einmal befragt, steht derzeit noch nicht fest. Sicher scheint nur jetzt schon, dass sich ein mögliches Urteil noch einmal deutlich verzögern wird. Bisher hat das Hagener Schwurgericht fast zwei Dutzend weitere Verhandlungstage bis Ende Oktober angesetzt.

Einer der angeklagten Geldstransporter-Überfälle sorgte im Dezember 2015 in Bodelschwingh für Entsetzen. Mehrere maskierte Räuber hatten mit Fahrzeugen die Richterstraße blockiert und einen Geldtransporter zum Anhalten gezwungen.

Dann hatten sie die Besatzung mit einer Panzerfaust bedroht und versucht, in den Laderaum des Transporters zu gelangen. Statt der erhofften Millionenbetute fiel den Räuber damals offenbar "nur" ein sechsstelliger Betrag in die Hände.

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