BVB gelingt die Wiedergutmachung

3:0 - Dortmund benötigt eine 45-minütige Anlaufphase

DORTMUND - Borussia Dortmund ist der erste Teil der Wiedergutmachung nach dem 0:6-Debakel in München gelungen. Gegen den VfB Stuttgart tut sich der BVB 45 Minuten lang schwer lang schwer, verdient sich aber nach der Pause mit sehenswerten Treffern das 3:0 (1:0).

Bei seiner Aufstellung überraschte BVB-Trainer Peter Stöger mit Nuri Sahin, der im defensiven Mittelfeld neben Mahmoud Dahoud den Vorzug bekam vor Julian Weigl (Bank) und Gonzalo Castro (nicht im Kader). Manuel Akanji (muskuläre Probleme) und André Schürrle (Hüftprellung) musste vorab passen.

Nur noch einen Punkt hinter Schalke

Außerdem setzten die Borussen wieder auf Marco Reus, der nach Adduktorenbeschwerden auf der Zehner-Position anstelle von Mario Götze (Bank) spielte. Ebenfalls neu in der Startelf: Maximilian Philipp, der erstmals nach seiner Knieverletzung von Beginn an auflief.

Der Auftrag lautete Wiedergutmachung: "Es ist nicht leicht, ein solches Spiel aus den Kleidern zu schütteln", schrieb BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Stadionmagazin, "aber es ist notwendig." Mit einem Heimsieg sollte das 0:6 von München abgehakt werden, zudem winkte den Schwarzgelben die Chance, den FC Schalke 04 im Derby kommende Woche zu überholen und die Ausgangsposition für die Startplätze in der Champions League zu verbessern.

Trendwende vollzogen

Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut hat als Nachfolger des Dortmunders Hannes Wolf beim VfB die Trendwende vollzogen. In acht Partien waren die Schwaben mit dem neuen Coach ungeschlagen (5 Siege, 3 Remis), dreimal gewann Stuttgart zuletzt auswärts. Der BVB war gewarnt und bekam sofort die geballte Aggressivität der Gäste zu spüren. Unter dem Dauerdruck gelang den Platzherren kein Spielaufbau, in der Anfangsphase kontrollierte Stuttgart das Geschehen, der BVB reagierte nur.

Nach 15 Minuten peitschen die ersten Pfiffe der Zuschauer auf den Rasen. "Mitnehmen", wie von Stöger gefordert, konnte die Mannschaft die Fans nicht. Wie auch: Nach 25 Minuten protokollierten die Statistiker 0:4 Torschüsse. Gedanklich langsam, physisch träge, Dortmund gab ein erschreckend schwaches Bild ab. Vor allem im Spielaufbau klemmte es. Bezeichnend die Szene in der 37. Minute, als Torhüter Roman Bürki den Ball aus lauter Verzweiflung simpel ins Seitenaus passte. Anspielstationen boten ihm die zehn Vorderleute nicht nur in dieser Szene keine.

Üppige Portion Glück

Da brauchte es eine üppige Portion Glück, und die stellte sich ein: Nach einem direkten Passspiel über die rechte Seite flankte Christian Pulisic nach innen, der Ball missriet und segelte in formvollendeter Flugbahn hinter Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler an den Innenpfosten und ins Tor (38.). Ein ungewolltes Traumtor. Der Treffer gab Auftrieb, Marco Reus mit einem Volleyschuss nach hübscher Vorlage von Nuri Sahin (41.) und Maximilian Philipp (43.) versuchten es mit Volleyschüssen, mehr als das 1:0 zur Pause hatte der BVB auch wirklich nicht verdient.

Die Legitimation holten die nach dem Seitenwechsel wie verwandelten Dortmunder nach. Doppelpass zwischen Nuri Sahin und Michy Batshuayi, und die Stürmer-Leihgabe schob in Torjäger-Manier zum 2:0 ein (48.).

Tore geben Sicherheit

Den nächsten Konter verzockte Philipp (54.), dann legte er das 3:0 nach: Schöner Angriff über links, wo Mahmoud Dahoud den Weg in die Tiefe suchte und Philipp die Flanke im zweiten Anlauf über die Torlinie pfefferte (59.). Endlich gelang es der Stöger-Elf, nach einer Führung, die nächsten Tore nachzulegen. Das gab Sicherheit, Selbstvertrauen und eine Portion Spielfreude. Pulisic, Batshuayi und Philipp hätten das Ergebnis noch ausbauen können.

Das Stadion hatte die Mannschaft nun, wie vom Trainer erhofft, endlich wieder hinter sich gebracht. Rechtzeitig zum Derby. Am nächsten Sonntag (15.30 Uhr) steht das Spitzenspiel beim Reviernachbarn Schalke 04 an, der in der Tabelle als Zweiter (noch) einen Zähler vor dem BVB rangiert. "Wer nicht hüpft, der ist ein Schalker", stimmten sich die Borussen-Fans unter den 81.360 Zuschauern ein.

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