Veltins-Arena des FC Schalke 04
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Die Veltins-Arena auf Schalke bleibt auch an diesem Samstagabend fast menschenleer.

Zu hohe Corona-Infektionsrate

Gelsenkirchen: Bittere Pille für Schalke-Fans - Stadt verkündet radikale Maßnahme vor dem Bremen-Spiel

  • Oliver Prause
    vonOliver Prause
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  • Tobias Ertmer
    Tobias Ertmer
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Die Stadt Gelsenkirchen hat Maßnahmen wegen der hohen Corona-Zahlen erlassen. Das Schalke-Spiel gegen Bremsen musste ohne Fans stattfinden.

Update, 27.9., 8.30 Uhr: Kein Sieg, kein Punkt - und wahrscheinlich auch keine Zukunft für Trainer David Wagner: Nach einer weiteren demütigenden Niederlage muss der Trainer des FC Schalke 04 schon nach dem zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga akut um seinen Job bangen. Nach dem 0:8 zum Auftakt beim FC Bayern München verloren die Schalker im eigenen Stadion das Krisen-Duell mit Werder Bremen 1:3 (0:2) und zeigten wie schon in der Vorwoche erschreckend wenig Gegenwehr. Seit 18 Spielen und acht Monaten wartet der Tabellenletzte nun schon auf einen Sieg.

Update, 26.9., 8.09 Uhr: Das ist eine ganz bittere Pille für den FC Schalke 04 und tausende Fans. Das Bundesliga-Spiel gegen den SV Werder Bremen am Abend (18.30 Uhr) wird zum Geisterspiel. Das hat die Stadt Gelsenkirchen entschieden. Angesichts zu hoher Corina-Zahlen - der Sieben-Tages-Inzidenz-Wert für Gelsenkirchen lag am Samstagmorgen mit 39,5 wieder über dem kritischen Grenzwert von 35 - haben die Behörden den Ausschluss aller Zuschauer beschlossen, erklärte der Verein auf seiner Homepage.

Auch am Freitag hatte es in der stark vom Sars-CoV-2-Virus betroffenen Revierstadt in sechs Schulen und einer Kindertageseinrichtung neue Corona-Fälle gegeben..

Bundesliga.-Spiel in Gelsenkirchen: Schalke-Fans hoffen auf Rückkehr ins Stadion

Update, 25.9., 8 Uhr: Angesichts der neuesten Corona-Infektionszahlen könnte das erste Saison-Heimspiel des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 an diesem Samstag vor Fans stattfinden. Die maßgebliche Anzahl der Neuinfizierten in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner sank unter die Verbotsschwelle von 35 auf 33,4, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Das letzte Wort haben die Gesundheitsbehörden der Stadt.

Bereits am Donnerstag hatte der Verein mit der Ticketzuteilung begonnen und darauf hingewiesen, dass weiterhin kurzfristig möglich sei, «dass die Partie ohne Zuschauer stattfinden muss». Alle Fans sollten dann benachrichtigt werden und ihr Geld umgehend zurückerhalten. Schalke will nach früheren Angaben eines Sprechers rund 11.000 Fans zuschauen lassen. Gegner in der Veltins-Arena am Samstag ist Werder Bremen (18.30 Uhr/Sky).

Update, 24.9., 16.30 Uhr: Wie der FC Schalke 04 auf Twitter mitteilt, ist die Ticket-Zuteilung für das Spiel am Samstag gegen Werder Bremen gestartet. Demnach erhalten alle Fans, die eine Eintrittskarte angefragt haben, erhalten im Verlauf des Tages eine E-Mail mit einer Zu- oder Absage.

Update, 23.9., 19.30 Uhr: Die Entwicklung in Gelsenkirchen bleibt spannend: Nachdem am Wochenende das Robert-Koch-Institut bereits eine 7-Tage-Inzidenz von 44,1 ausgegeben hatte, scheint sich die Lage nun etwas zu entspannen. Am Dienstag lag der Wert bei rund 38 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, heute bei rund 39. Damit ist man in Gelsenkirchen immer noch im Breich „Gelb“ auf der Corona-Ampel, doch die gefürchtete 50er-Marke rückt wieder etwas weiter weg.

Spannend werden die nächsten 48 Stunden - auch im Hinblick auf die weiteren Maßnahmen und das geplante Heimspiel des FC Schalke 04 gegen den SV Werder Bremen.

Update, 23.9., 10.25 Uhr: Gibt es ein weiteres Geisterspiel in der Veltins-Arena oder darf eine festgelegte Anzahl von Fans am Samstag ins Stadion, wenn der FC Schalke 04 ab 18.30 Uhr gegen Werder Bremen antritt? Der Verein hält sich die endgültige Entscheidung noch offen und wartet die weitere Entwicklung der Corona-Zahlen in Gelsenkirchen ab. Erst am Donnerstag wissen Besucher, ob sie die Bundesliga-Partie live verfolgen können. Denn erst dann soll die Ticketverteilung starten, wie S04 soeben auf seiner Homepage und bei Twitter verkündet hat.

Update, 21.9., 17.30 Uhr: Der Krisenstab der Stadt Gelsenkirchen hat heute gemeinsam mit dem NRW-Gesundheitsministerium und der Bezirksregierung Münster einen Maßnahmenkatalog abgestimmt, der das weitere Ansteigen des Wertes in den kommenden Tagen verhindern soll:

  • Demnach wird die Anzahl der zulässigen Gäste bei privaten Feiern von derzeit 150 auf 50 begrenzt.
  • Für Feste, die in gewerblich vermieteten Räumen stattfinden, muss der Veranstalter zudem eine Liste mit den Daten der voraussichtlich Teilnehmenden vorlegen.
  • Außerdem wird in der Verfügung noch einmal dringend appelliert, dass in privaten Räumlichkeiten (z.B. Wohnungen) Feste aus herausragendem Anlass nur noch mit höchstens 25 Teilnehmern ausgerichtet werden sollen.
  • Als weitere Maßnahmen haben Krisenstab, Ministerium und Bezirksregierung beschlossen, dass der ursprünglich für den morgigen Dienstag geplante Trödelmarkt an der Willy-Brandt-Allee mit Blick auf das Infektionsgeschehen untersagt wird.

Gleichzeitig erinnert der Krisenstab noch einmal ausdrücklich an die derzeit geltenden Verhaltensregeln: Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal zehn Personen treffen, wenn sie nicht einer Familie oder zwei Hausständen angehören. Im Übrigen gilt in allen Fällen die allgemeine Abstandsregel von 1,5 Metern und die Empfehlung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Gelsenkirchen: Neue Maßnahmen gelten ab sofort

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt Gelsenkirchen hat am vergangenen Wochenende verstärkt große Veranstaltungsräume auf die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung kontrolliert. Dabei wurden die Hygienevorschriften in allen überprüften Lokalitäten eingehalten. Lediglich in einem Fall waren die vorgeschriebenen Nachverfolgungslisten nicht ordnungsgemäß geführt. Gegen den Betreiber wurde daher ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, wie die Stadt mitteilt. Er muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 2000 Euro rechnen.

Update, 21.9., 15.20 Uhr: Die neue Situation in Gelsenkirchen zwingt nun auch den FC Schalke 04 dazu, die Ticketvergabe für das Heimspiel am Samstag gegen Werder Bremen zumindest zu bremsen. „Da die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den nächsten Tagen abgewartet wird – möglicherweise ergibt sich wieder eine rückläufige Tendenz – wird am Montag (21.9.) keine Kartenzuteilung stattfinden. Der FC Schalke 04 bittet alle Fans noch um ein wenig Geduld“, heißt es auf der Homepage des Revierclubs.

Update, 21.9., 14 Uhr: Momentan liegt Gelsenkirchen mit dem Wert von 44,1 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen (auf 100.000 Einwohner gerechnet) an zweiter Stelle in NRW: In Hamm rechnet man fest damit, die kritische Marke schon in den nächsten Tagen zu überschreiten. Dort hat das RKI für heute einen Wert von 46,9 ausgegeben. In Remscheid liegt man noch bei 37,8 - Tendenz ebenfalls steigend. In der Stadt bei Wuppertal wurde bereits diskutiert, welche Maßnahmen eventuell eingeführt werden könnten. Dazu gehört u.a. das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit. Das Land NRW betonte bislang, dass es bei der Einführung schärferer Maßnahmen keine Automatismen gebe - sondern je nach Besonderheit in den Städten entschieden werden müsse.

In der Grafik der Bezirksregierung Münster wird der Bereich Gelsenkirchen jetzt bereits in Orange dargestellt - übrigens als derzeit einziger Landkreis im Regierungsbezirk.

Update, 21.9., 9.40 Uhr: An diesem Montag wollen die Behörden entscheiden, ob in Gelsenkirchen wieder striktere Beschränkungen eingeführt werden. Wie Krisenstabsleiterin Karin Welge im WDR sagte, soll über das geplante Fußballspiel am Samstag gegen Werder Bremen mit bis zu 11.000 Zuschauern ganz kurzfristig entschieden werden, möglicherweise sogar erst am Freitag.

Was wir bisher berichtet haben (20.9.): Anfang September war die Lage tatsächlich noch gut in Gelsenkirchen. Die sogenannten Inzidenzwerte lagen deutlich unter den Grenzwerten, die das Land NRW festgelegt hat. So hatten sich am 1. September innerhalb von sieben Tagen nur knapp 13 Menschen pro 100.000 Einwohner neu mit dem Coronavirus infiziert. An diesem Wochenende sah das bereits völlig anders aus.

In Gelsenkirchen steigen die Zahlen stark an

Nach den zuletzt am Samstag, 19.9., aktualisierten Zahlen sind in Gelsenkirchen im Moment 137 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Insgesamt sind seit Beginn der Zählung 981 Fälle bestätigt worden. In den letzten sieben Tagen haben sich laut stäftischen Zahlen 34,4 Personen auf 100.000 Menschen gerechnet neu mit dem Virus infiziert. Ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern greifen die ersten Verschärfungen in Sachen Corona-Beschränkungen. Ausschlaggebend sind allerdings nicht die städtischen Zahlen, sondern die des Robert-Koch-Instituts. Und das zeigte für Gelsenkirchen am Samstag bereits einen Inzidenzwert von 44,1. Auch im Kreis Recklinghausen sind in einigen Städten die Zahlen wieder angestiegen.

Gelsenkirchen: „Ampel steht auf Gelb“

Die Gelsenkirchener Krisenstabsleiterin Karin Welge sagt dazu am Freitag: „Die Ampel steht in Gelsenkirchen auf gelb. Unser Ziel muss es sein, Einschränkungen so weit wie möglich zu vermeiden. Ich appelliere an alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener, sich an die Hygieneregeln zu halten. Halten Sie Abstand, helfen sie mit, die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen!“ Sobald die Zahl der Neuinfektionen nun auf mehr als 35 pro 100.000 Einwohner steigt, sollen neue Maßnahmen greifen: Per „städtischer Allgemeinverfügung“, heißt es bei der Stadt Gelsenkirchen, soll die Anzahl der zulässigen Gäste bei privaten Feiern von derzeit 150 auf 50 begrenzt werden. Für Feste, die in gewerblich vermieteten Räumlichkeiten stattfinden, muss der Veranstalter für das jeweilige Fest zudem eine Liste mit den Daten der voraussichtlichen Teilnehmenden vorlegen. Darüber hinaus sollen in privaten Räumlichkeiten (z.B. Wohnungen) Feste aus herausragendem Anlass nur noch mit höchstens 25 Teilnehmern möglich sein.

Da vor allem im privaten Bereich zuletzt die Zahlen deutlich angestiegen sind, war am Wochenende auch der Kommunale Ordnungsdienst verstärkt im Einsatz, um die Einhaltung der geltenden Vorgaben zu kontrollieren. Ob das etwas geholfen hat, wird sich am Montag zeigen: Dann werden die neuen Zahlen des RKI auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. Im Moment hofft Karin Welge, dass der Wert noch unter 50 liegt: „Wir versuchen alles, um das öffentliche und private Leben weitestgehend aufrechtzuerhalten“, hießt es im Interview mit Radio Emscher-Lippe am Sonntag.

Gelsenkirchen: Schalke 04 gegen Bremen ohne Zuschauer?

Schon ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen würden weitere Maßnahmen nötig werden: So sind zum Beispiel in einem solchen Fall keine Zuschauer bei Fußballspielen erlaubt. Das würde auch den FC Schalke 04 treffen, der am kommenden Samstag gegen Werder Bremen spielt und auf Zuschauer hofft. Sollten nun tatsächlich die Zahlen weiter steigen und verschärfte Maßnahmen gelten, dürfte der geplante Ticketverkauf für das Heimspiel der Königsblauen ins Wasser fallen. Dabei hatte der FC Schalke 04 in den nächsten Heimspielen mit bis zu 11.000 Zuschauern gerechnet.

Unwahrscheinlich ist eine Absage an alle Fans indes nicht: Erst am Freitagabend hatte die Stadt Köln wegen der hohen Infektionszahlen verfügt, dass der 1. FC Köln sei Bundesliga-Auftaktspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim anders als geplant doch ohne Zuschauer austragen muss. Und auch das Schalker 0:8-Debakel in München wurde unter Ausschluss der (breiten) Öffentlichkeit im Stadion ausgetragen, da auch in München seit dem Anstieg der Infektionszahlen drastische Einschränkungen gelten. (mit dpa-Material)

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