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Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) hat in der Corona-Krise ein Machtwort gesprochen.

Ansteckungsgefahr zu hoch

Corona-Krise: Gelsenkirchen und Bochum ziehen die Reißleine - dieses Verbot müssen die Bürger beachten

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Der Oberbürgermeister hatte es am Dienstag angedroht, nun zieht die Stadt Gelsenkirchen die Reißleine - und verkündet eine drastische Maßnahme in der Corona-Krise. Das müssen die Bürger beachten.

  • Gelsenkirchen und Bochum führen ein Ansammlungsverbote ein
  • Es gilt seit Samstag, 21. März, in beiden Stadtgebieten
  • Alle Bürger sollen in der Corona-Krise solidarisch handeln

Update, 21. März, 13.57 Uhr: Auch die Stadt Bochum hat ein Ansammlungsverbot erlassen. Auch hier dürfen nur noch maximal zwei Personen zusammen unter freiem Himmel unterwegs sein. Dies gaben Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und der Leiter des städtischen Krisenstabs, Stadtdirektor Sebastian Kopietz, am Freitagabend bekannt. 

"Ich weiß, dass ganz, ganz viele sich seit Wochen daran halten, ihre sozialen Kontakte dramatisch herunterfahren, aufeinander achten, mitfühlend und solidarisch sind", erklärte Eiskirch: "Es gibt aber auch leider zu viele, die alle Appelle ignorieren, die Grillpartys, Trinkgelage in Parks feiern und die jetzige Situation als Ferien missdeuten... Und genau wegen der Egoisten, die sich nicht an die Regeln halten, müssen wir jetzt leider zu noch drastischeren Maßnahmen greifen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen."

Unterdessen wurde am Freitag bekannt, dass der erste Bochumer Bürger am Coronavirus gestorben ist. OB Thomas Eiskirch drückte der Familie und den Freunden auf Youtube seine Anteilnahme aus.

Gelsenkirchen und Bochum: Treffen von mehr als zwei Personen im Freien untersagt

Unsere bisherige Berichterstattung: Die Stadt Gelsenkirchen reagiert in der Corona-Krise auf die zunehmend höhere Ansteckungsgefahr durch größere Menschenansammlungen im Stadtgebiet. In einem Statement erklärt Oberbürgermeister Frank Baranowski, dass ab Samstag, 21. März, Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen in Gelsenkirchen untersagt sind.

"Ich habe es ja bereits am Dienstag. 17. März, angekündigt und nun stehen wir vor dem entscheidenden Wochenende, um das Risiko und die Bedrohung für uns alle noch beherrschen zu können. Leider haben die Dimensionen noch immer nicht alle verstanden. Darum war es unvermeidlich, dieses Ansammlungsverbot heute auszusprechen", teilte der SPD-Politiker am Freitagabend den Bürgern mit. 

Corona-Verbot in Gelsenkirchen: Baranowski mit eindringlicher Bitte an die Bürger

Wie 24VEST.de* berichtet, richtet OB Baranowski gleichzeitig eine eindringliche Bitte an die Bevölkerung, das Verbot unbedingt zu beachten. Es gehe immerhin um viele Menschenleben: "Alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener müssen jetzt solidarisch und verantwortungsbewusst sein. Aus Solidarität und Verantwortungsbewusstsein für uns alle."

Diese Gruppen dürfen weiterhin gemeinsam im Gelsenkirchener Stadtgebietunterwegs sein oder dort zusammenkommen:

  • Personengruppen, die miteinander in ständiger häuslicher Gemeinschaft leben und unter derselben Anschrift gemeldet sind - wie etwa Familien oder ständige Wohngemeinschaften.
  • Unvermeidbare Zusammenkünfte bei der Erledigung von Besorgungen zur Deckung des täglichen Bedarfs.
  • Möglich sind weiterhin Zusammenkünfte, die aus zwingenden beruflichen Gründen oder aus Anlass von Eheschließungen oder Bestattungen erfolgen.

In Gelsenkirchen gelten wegen des Coronavirus wichtige Spielregeln in der Öffentlichkeit

In der Öffentlichkeit sollte man laut Stadt Gelsenkirchen aber unbedingt wichtige Spielregeln beachten. Kommt es, zum Beispiel in Lebensmittelgeschäften, zu Warteschlangen, sei darauf zu achten, dass ein Mindestabstand eingehalten werden muss. Dieser beträgt - laut den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, zwei Meter zwischen den jeweiligen Personen. 

Auch sollten wesentliche Hygienemaßnahmen - wie das Niesen in die Armbeuge und nicht in die Handflächen - beim Austausch und Treffen mit anderen Personen eingehalten werden.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in Dortmund informieren wir in unserem Live-Ticker.

Gelsenkirchens Oberbürgermeister warnte die Bevölkerung bereits am Dienstag

Oberbürgermeister Frank Baranowski hatte die Bürger bereits am Dienstag in einem Video auf der Youtube-Seite auf mögliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Stadt eingestellt, sollte der Corona-Erlass des Landes NRW nicht konsequent in Gelsenkirchen umgesetzt werden. Offenbar hielten sich zu viele Menschen aber nicht an die Vorgaben, sodass jetzt weitere Verbote folgen.

Auch vor dem Bergbaumuseum in Oer-Erkenschwick* treffen sich regelmäßig große Menschengruppen von 30 bis 60 jungen Leuten  - trotz Corona-Warnung.

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Schlägel & Eisen in Herten* kamen sogar rund 100 junge Leute zusammen, um es sich mit Grill und Klappstuhl gemütlich zu machen.

op

*24VEST.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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