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Der Großeinsatz spielt sich auf dem ehemaligen Buga-Gelände ab.

Ehemaliger Kohlebunker im Nordsternpark

Gasaustritt sorgt für komplizierten Feuerwehreinsatz auf dem ehemaligen Buga-Gelände

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Sechs Einsatzkräfte mussten ins Krankenhaus. Der Gefahrenbereich wurde weiträumig abgesperrt. Kokereigas als Ursache ermittelt.

Update, 13. November, 18:15 Uhr

Wer am Mittwoch einen Spaziergang im Gelsenkirchener Nordsternpark unternehmen wollte, sah sich Feuerwehrleuten mit Atemmasken gegenüber – und musste unverrichteter Dinge wieder umkehren. Der Park war großräumig abgesperrt: Grund war ein Leck in einer Gasleitung. Der Park liegt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern, 1997 fand hier die Bundesgartenschau statt. 

Bereits am Dienstagabend hatten Mitarbeiter einer Wartungsfirma, die eine Kokereigasleitung kontrollierten, einen Brand entdeckt, der an einem alten Kohlebunker ausgebrochen war. Gleichzeitig hatten die mitgebrachten Gaswarngeräte Alarm geschlagen und eine erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration angezeigt – abseits der Rohrleitung. Die Feuerwehr rückte an und konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Allerdings sank die Gaskonzentration im und um das Gebäude nicht. 

Sechs Feuerwehrleute leicht verletzt

Sechs Feuerwehrleute, die sich im Außenbereich des Objektes aufhielten, klagten über ein leichtes Schwindelgefühl, was in der Regel auf eine beginnende Kohlenmonoxid-Vergiftung hindeutet. Sie kamen zur Kontrolle ins Krankenhaus, konnten die Klinik nach einer Untersuchung aber wieder verlassen. Die ganze Nacht hindurch wurde der betroffene Bereich mit Wasser gekühlt. Regelmäßig erfolgten zudem Gasmessungen, die auch weiterhin erhöhte Messwerte anzeigten. 

Rhein-Herne-Kanal war zwischenzeitlich gesperrt

Als am Mittwochmorgen die Ursache der erhöhten Gaswerte noch immer nicht festgestellt worden war, entschied sich die Feuerwehr, den Bereich um den Kohlebunker mit Hilfe der Polizei weiträumig abzusperren, zwischenzeitlich war auch der benachbarte Rhein-Herne-Kanal für die Schifffahrt gesperrt.

LANUV ermittelt Kokereigas als Ursache

Den Grund für den Gasaustritt vermutete die Feuerwehr zunächst in einem alten, möglicherweise vergessenen Kellerraum unter dem Bunker. Nach Durchsicht alter Unterlagen stand jedoch fest, dass es einen solchen Raum nicht gibt. „Messungen des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) ergaben schließlich, dass es sich bei dem Gas um Kokereigas handelt, das aus einem Leck in der Leitung stammt“, teilte Frank Gies von der Gelsenkirchener Feuerwehr mit. Die Leitung wurde bis zum Abend gespült, am späteren Nachmittag hoben die Einsatzkräfte die Sperrung des Parks teilweise wieder auf. Insgesamt waren an dem Einsatz rund 100 Mitarbeiter von Feuerwehr, Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst beteiligt.

Komplizierter Großeinsatz der Feuerwehr in Gelsenkirchen: An einem ehemaligen Kohlebunker sind gleichzeitig austretendes Gas, Feuer und ein beschädigtes Stromkabel entdeckt worden. Die alarmierten Feuerwehrleute konnten am Dienstagabend erst mit dem Löschen beginnen, nachdem die Stromleitung abgeschaltet war.

Das Feuer konnte dann zwar schnell gelöscht werden, aber die Gaskonzentration im und um das Gebäude ging nicht zurück, wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte. Deshalb sei der betroffene Bereich die ganze Nacht hindurch mit Wasser gekühlt worden. Die Ursache für den Gasaustritt soll nun im Verlauf des Mittwoch geklärt werden.

Leichtes Schwindelgefühl  

Sechs Einsatzkräfte mussten nach Angaben der Feuerwehr ins Krankenhaus, weil sie über ein leichtes Schwindelgefühl klagten. Dies habe auf eine beginnende Kohlenmonoxid-Vergiftung hingedeutet. Sie hätten aber nach kurzer Zeit wieder die Klinik verlassen können.

Nach Polizeiangaben wurde der Gefahrenbereich weiträumig abgesperrt, weil eine Explosionsgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Schifffahrt auf dem Rhein-Herne-Kanal sei zeitweise eingestellt worden. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an. Den Brand und den Gasaustritt hatte laut Feuerwehr ein Anrufer gemeldet, der die Gefahrensituation bei der Kontrolle einer Koksgasleitung erkannte.

Der mächtige frühere Kohlebunker befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau in Gelsenkirchen-Horst.

dpa

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