Lenin-Statue in Gelsenkirchen
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Diese Lenin-Statue will die MLPD in Gelsenkirchen enthüllen.

Linksextremistische Partei

MLPD enthüllt Lenin-Statue in Gelsenkirchen - Gegendemo und Ausstellung über Kommunismus

Die linksextremistische Partei MLPD hat vor ihrer Zentrale in Gelsenkirchen am Samstag eine Statue des Revolutionärs Wladimir Iljitsch Lenin errichtet. Es gab auch Gegendemonstrationen.

  • Die MLPD hat in Gelsenkirchen eine Lenin-Statue enthüllt.
  • Der Festakt hat am Samstag, 20. Juni, stattgefunden.
  • Mehrere Demonstrationen wurden vor Ort durchgeführt - zudem gibt es eine Ausstellung.

Update, 21.6., 9 Uhr:

Vor der Zentrale der linksextremistischen Partei

MLPD

in Gelsenkirchen ist am Samstag eine Statue des russischen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) errichtet worden. Die mit einem roten Tuch verhüllte Statue aus dem Jahr 1957 wurde am Ende eines Festakts enthüllt. An

zwei Gegendemonstrationen

nahmen mehr als 50 Menschen teil. Unter den Gegendemonstranten seien auch Angehörige rechter Gruppierungen gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Statue wurde 1957 in der Tschechoslowakei gegossen. Sie ist über zwei Meter groß und steht zur Straße hin auf einem Gelände, das der vom Verfassungsschutz beobachteten Partei gehört.

Das Aufstellen der Statue ist hochumstritten: Ein von der Stadt erlassener Baustopp war vom Oberverwaltungsgericht NRW kassiert worden. Lenin stehe für Gewalt, Unterdrückung, Terror und schreckliches menschliches Leid, hatte die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West in einer Resolution festgestellt. Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner hält Lenin dagegen laut einer Verlautbarung für einen "weltgeschichtlich bedeutenden Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie für die Massen".

Gelsenkirchen: Ausstellung über Kommunismus

Nachdem sie die Aufstellung nicht verhindern konnte, setzt die Stadt auf Aufklärung: Unter dem Titel #keinplatzfuerlenin startete die Kommune ebenfalls am Samstag ein Online-Videoprojekt. Im benachbarten Schloss Horst zeigt die Stadt außerdem eine Ausstellung über die Geschichte des Kommunismus.

"Dass dieses Denkmal in Gelsenkirchen aufgestellt wird, ist nur schwer zu ertragen. Aber wir müssen nun eben damit umgehen", hatte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) im Vorfeld erklärt. "Es ist wirklich bizarr, nun solch ein Monument blinden Personenkultes in der Stadt zu haben."

Unser Erstberichterstattung: Am Samstag (20. Juni) finden in Gelsenkirchen-Horst mehrere Kundgebungen statt. Mit etwa 300 Teilnehmern rechnet die MLPD Gelsenkirchen bei der Enthüllung der Lenin-Statue. Sie beginnt um 14 Uhr vor dem Gebäudekomplex Horster Mitte auf der Kreuzung Schmalhorststraße/An der Rennbahn. Spätestens gegen 17 Uhr soll die Veranstaltung beendet sein, teilt die Polizei mit. 

Etwa eine Stunde vor und für die Dauer der Kundgebung ist mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen. Das betrifft auch den öffentlichen Personen- und Nahverkehr. Ortskundige sollten den Bereich umfahren, rät die Polizei.

Demos und Mahnwachen in Gelsenkirchen

Weitere Demonstrationen in Form einer Kundgebung und einer Mahnwache mit den Themen "Kein Lenin-Denkmal in Gelsenkirchen" und "Freiheit statt Sozialismus" sind für die Zeit zwischen 13 und 17 Uhr angemeldet. Sie finden auf dem Gehweg An der Rennbahn/Ecke Turfstraße statt. Die Organisatoren der Demos rechnen mit bis zu 70 Personen. Veranstalter sind eine Privatperson und der Kreisverband der AfD Gelsenkirchen.

Die Gelsenkirchener Polizei teilt mit, dass sie auf diesen Einsatz vorbereitet sei. Der Schutz der Teilnehmer der Demonstrationen und Unbeteiligter stehe im Vordergrund. "Straftaten und Verstöße gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung werden die Einsatzkräfte konsequent verfolgen", macht die Polizei deutlich.

Dies berichteten wir ursprünglich: Die MLPD will eine 2,15 Meter hohe Statue des Revolutionärs Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924) auf ihrem Grundstück vor ihrer Zentrale errichten. Ein von der Stadt unter Verweis auf den Denkmalschutz erlassener Baustopp war vom Oberverwaltungsgericht NRW kassiert worden.

Partei erwartet 300 Gäste in Gelsenkirchen

Zu der feierlichen Enthüllung der öffentlich sichtbaren Statue um 14 Uhr erwartet die Partei mehr als 300 Gäste. Mehrere Fernsehsender wollten darüber berichten, darunter seien auch drei Sender aus Russland, sagte ein Parteisprecher am Montag (15. Juni).

Die Bezirksvertretung Gelsenkirchen-West hatte sich Anfang März in einer einstimmig verabschiedeten Resolution gegen die Aufstellung ausgesprochen. Darin heißt es: "Der Kommunistenführer Lenin steht für Gewalt, Unterdrückung, Terror und schreckliches menschliches Leid. Dies alles macht ihn mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Deutschland unvereinbar und zu einem Symbol der Bekämpfung und Abschaffung unserer Demokratie."

MLPD-Vorsitzende: "Lenin weltgeschichtlich bedeutender Vordenker"

Die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner meint dagegen: "Lenin war ein weltgeschichtlich bedeutender Vordenker und Vorkämpfer für Freiheit und Demokratie für die Massen, für Frieden und Sozialismus." Laut Partei wurde die Statue 1957 in der Tschechoslowakei gegossen. Die MLPD korrigierte frühere Angaben, wonach die Figur aus der Sowjetunion der 1930er Jahre stammt.

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mit dpa-Material

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