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Das Schwurgericht Essen muss ein Urteil fällen.

Vor dem Essener Schwurgericht

Eigentlich wollte die 35-Jährige das Kind nur wickeln - dann rastete sie völlig aus

Im Prozess um ein getötetes Baby hat die Mutter vor Gericht nun doch gestanden.

Drei Monate nach Prozessauftakt hat eine Mutter aus Gelsenkirchen doch noch zugegeben, ihr vier Monate altes Baby getötet zu haben. „Sie hat das Kind hochgenommen und zwei- bis dreimal mit dem Kopf gegen die Kante des Fußteils ihres Bettes geschlagen“, erklärte der Verteidiger der 35-Jährigen am Donnerstag vor dem Essener Schwurgericht. „Es waren ruckartige Schläge. Sie stand völlig neben sich.“

Zunächst belief sie sich auf Erinnerungslücken

Zu Prozessbeginn hatte sich die Rumänin noch auf Erinnerungslücken berufen und erklärt, dass sie sich gar nicht vorstellen könne, ihrem Kind so etwas Schreckliches angetan zu haben. Jetzt möchte sie die Verantwortung übernehmen. „Weil sie weiß: Ich bin Schuld. Ich habe es getan.“

Der Säugling hatte keine Chance

Es war der 7. Januar 2019, als die 35-Jährige ausgerastet ist. Sie hatte massiv getrunken, sich am Telefon mit ihrem Mann gestritten. Das Baby hat geschrien. „Sie wollte es eigentlich wickeln“, so der Verteidiger. Der Säugling hatte keine Chance. Der Schädel war mehrfach gebrochen, dazu stellten die Ärzte schwerste Hirnverletzungen fest.

Angeklagter drohen bis zu sechs Jahre Haft

Im Prozess drohen der Angeklagten nun viereinhalb bis sechs Jahre Haft. Das war ihr im Falle eines Geständnisses von den Richtern versichert worden. Die Anklage lautet auf Totschlag. Das Urteil soll voraussichtlich noch in diesem Monat gesprochen werden.

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