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An den Bahnschienen in Meckinghoven entsteht vorerst kein neuer Bahnhof.

Die Genossen sind enttäuscht

Eine Reaktivierung der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie ist erst einmal vom Tisch

Datteln - Der NRW-Verkehrsausschuss lehnt den Vorstoß der SPD, zwei Bahnstrecken nach Bochum und nach Lünen-Süd zu reaktivieren, erst einmal ab.

Der Antrag der NRW-SPD, zwei Bahnstrecken nach Bochum und nach Lünen-Süd zu reaktivieren, hat im Verkehrsausschuss des Landes keine Mehrheit gefunden. Mit den Stimmen von CDU und FDP wurde der Antrag abgelehnt. Eine Reaktivierung der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie ist somit erst einmal vom Tisch. Aus Datteln gab es viel Zuspruch für einen möglichen neuen Bahnhof. Neben den Jusos unterstützte auch Bürgermeister André Dora seine Parteikollegen. Die Junge Union unterbreitete diesen Vorschlag bereits vor zwei Jahren. „Umso mehr freut es uns, dass es hier scheinbar einen Sinneswandel gab, und auch unsere Mitbewerber unsere Idee jetzt unterstützen wollen“, sagte der Dattelner JU-Vorsitzende Max Nastula noch vor Kurzem. Seine CDU-Parteikollegen auf Landesebene waren da aber anderer Meinung.

Enttäuschung bei der SPD

Der Recklinghäuser Landtagsabgeordnete Andreas Becker (SPD) nahm die Entscheidung mit Enttäuschung zur Kenntnis: „Wir haben bis zum Schluss versucht, Brücken zu bauen, damit es zu einem gemeinsamen Antrag kommt. Aber letztlich gab es dazu keine echte Bereitschaft.“ Dabei hat die SPD nach eigenen Angaben nur die Landesregierung im Allgemeinen und Verkehrsminister Hendrik Wüst im Speziellen beim Wort genommen: „Es wurde immer wieder erklärt, dass der Öffentliche Personennahverkehr, insbesondere auf Schienen, massiv ausgebaut werden sollte“, erläutert Becker. Insofern hat die SPD zwei vermeintlich wichtige Streckenabschnitte im nördlichen Ruhrgebiet vorgeschlagen. Wobei der Verbindung zwischen Recklinghausen und Bochum sicherlich noch eine gesonderte Bedeutung zukommt, weil eine solche Strecke die A 43 entlasten könnte, die noch auf Jahre hinaus auf sechs Spuren ausgebaut wird. Aber auch die angedachte Verbindung nach Lünen-Süd wurde nicht nur in Suderwich, sondern auch in Datteln und Waltrop mit großem Wohlwollen begrüßt. „Ich habe selten so eine allumfassende Zustimmung erlebt“, hatte Becker schon vor Wochen erklärt.

Machbarkeitsstudie lässt hoffen

Aber der SPD-Verkehrsexperte verweist darauf, dass die Strecken wegen der ablehnenden Haltung von CDU und FDP noch keineswegs zu Grabe getragen werden müssten: „Es ist jetzt entscheidend, dass von unten weiter Druck gemacht wird.“ Und für die Verbindung zwischen Recklinghausen und Lünen-Süd hofft er darauf, „dass die beteiligten Kreise Recklinghausen und Unna an einem Strang ziehen werden“. Hoffnung verspricht vor allem eine Machbarkeitsstudie, die der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in Auftrag gegeben hat. Sollte diese positiv ausfallen, „so würden sich neue Chancen ergeben“, glaubt Becker. Tatsächlich bestätigt der VRR, dass eine solche Studie in Arbeit ist: „Dabei geht es vor allem darum, dass eine Nachfrageprognose erstellt wird. Und zudem werden natürlich die Infrastrukturkosten ermittelt“, erklärt VRR-Sprecher Dino Niemann. Aber: Die Studie bezieht sich ausdrücklich nur auf die Strecke von Recklinghausen nach Bochum.

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