Gericht

Ehefrau getötet: Lebenslange Haft

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ESSEN - Vor knapp zehn Monaten erschlug ein Mann aus Essen seine Ehefrau, attackierte dann seine Schwägerin. Vor Gericht sprach er von einem Kampf mit dem Teufel. Jetzt ist er verurteilt worden.

Die Richter am Essener Schwurgericht haben den 56-Jährigen am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt und außerdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

Es war die Nacht auf den 28. Februar, als der Anklage mit einem Nachschlüssel die Wohnung seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau aufschloss. Seine Frau lag bereits schlafend im Bett. Er griff zu einem Hammer, zertrümmerte ihren Schädel, stach dann immer wieder auf sie ein. Die 47-Jährige hatte keine Chance.

Die Schwester der Frau, die damals zu Besuch war, hatte noch versucht, ihn zurückzuhalten. Doch auch sie wurde von wuchtigen Hammerschlägen getroffen, lag monatelang im Koma. Heute befindet sie sich in einem Pflegeheim, kann sich nicht bewegen, nicht sprechen, nicht sehen.

Grund: Trennungsstreit

Hintergrund der unfassbaren Bluttat war ein Trennungsstreit. Der Angeklagte wollte sich laut Urteil nicht damit abfinden, dass ihn seine Frau verlassen hatte. Die Richter sprachen von einem „übersteigerten Kontrollbedürfnis“. Der 56-Jährige, der als 16-Jähriger aus Vietnam geflohen war, habe seine Frau auch nach der Trennung nicht aus den Augen lassen wollen.

Im Prozess vor dem Essener Schwurgericht hatte sich der Angeklagte auf angebliche Halluzinationen berufen. Er habe mit „Schatten“ und mit dem „Teufel“ gekämpft, hieß es in einer Erklärung.

Rubriklistenbild: © Volker Hartmann (dpa)

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