Gericht

Räuber sollen ihr Opfer mit Essig & Kloreiniger gequält haben

Dortmund - Vor dem Landgericht hat am Donnerstag ein Raub-Prozess gegen zwei Dortmunder begonnen. Im Mittelpunkt steht eine brutale Bestrafungsaktion, die an Quälerei und Folter grenzt.

Es müssen unvorstellbar brutale Szenen gewesen sein: Vor mehr als zwei Jahren sollen zwei Dortmunder gemeinsam mit drei Komplizen einen Bekannten am Rande eines Raubüberfalls in dessen Wohnung im Dortmunder Norden bis hin zur Bewusstlosigkeit zusammengeschlagen und -getreten haben. Vorausgegangen war offenbar ein heftiger Streit um Drogengeschäfte.

Laut Staatsanwaltschaft wurde der junge Mann am 13. April 2016 mit einem Küchenmesser verletzt. Wie bekannt wurde, sollen dabei bewusst kleine blutende Ritz-Wunden am Oberkörper angebracht worden sein. Anschließend sollen die Täter nämlich ganz gezielt Essig, Toilettenreiniger und Spülmittel über diese Wunden gegossen haben. Offenbar sollte das Opfer ganz besonders gedemütigt, gequält und gefoltert werden. Neben diversen Stichwunden erlitt der junge Mann laut Anklage Prellungen und Platzwunden am Kopf und am gesamten Körper. Bei dem Überfall sollen letztlich 300 Euro Bargeld, eine Spielekonsole und ein Handy geraubt worden sein.

"Das war unfair und feige von uns"

Zum Prozessauftakt gab der 23-jährige Angeklagte seine Beteiligung an dem "Folter-Raubzug" zu. "Das war unfair und feige von uns", sagte der Angeklagte. "Ich habe halt auch draufgeschlagen und getreten." Auslöser für den Überfall seien ein Drogenrausch und massive Probleme mit dem späteren Opfer gewesen. Zeitweise, so der 23-Jährige, habe er im Zuge dieser bedrohlichen Auseinandersetzungen echte Angst um sein Leben gehabt und sich sogar wochenlang in einem Keller verbarrikadiert. Fakt ist: Seit Januar 2018 sitzt der 23-Jährige nun in U-Haft.

Der 27-jährige Mitangeklagte will sich erst am kommenden Prozesstag zu den Vorwürfen äußern. Auch er sitzt in U-Haft. Im Falle einer Verurteilung wegen schweren Raubes droht dem Duo die Verhängung empfindlicher Haftstrafen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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