Gerichtprozess

Unfallfahrer aus Dortmund muss nur 500 Euro zahlen

Waltrop/Dortmund - Der schwere Verkehrsunfall, bei dem die Waltroperin Silke Duis im Dezember 2018 verletzt worden war, hatte am Donnerstag ein gerichtliches Nachspiel. Der Angeklagte, ein 20-jähriger Dortmunder, musste sich am Dortmunder Amtsgericht die Leviten lesen lassen.

"Das war rücksichtslos und unverantwortlich“, hielt der Jugendrichter dem jungen Mann vor. Er habe nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr gebracht. Deshalb müsse er mindestens für ein Jahr auf seinen Führerschein verzichten. Darüber hinaus soll er 500 Euro Schmerzensgeld an Silke Duis zahlen.

Was war passiert? Am Nachmittag des 10. Dezember 2018 raste der Dortmunder mit seinem geliehenen 7er-BMW aus Dortmund-Lindenhorst in Richtung Brambauer. Weil ihm die vor ihm fahrenden Autos offensichtlich viel zu langsam unterwegs waren, setzte er immer wieder zu Überholmanövern an. Selbst vor einer Rechtskurve, die er nicht einsehen konnte, bremste er sein Fahrzeug so gut wie nicht ab. In der Kurve passierte es schließlich. Dem plötzlich vor ihm auftauchenden Auto der 41-jährigen Waltroperin konnte der Angeklagte nicht mehr ausweichen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt und landeten in der Böschung. Der Dortmunder erlitt Beinbrüche, Silke Duis und ihre Tochter Schürfwunden, Prellungen und einen Schock.

Gaffer fuhren langsam vorbei

Auch am Donnerstag zeigte sich die Waltroperin noch immer schwer beeindruckt von dem Geschehenen. „Das war absolut krank“, sagte sie in Richtung des Angeklagten. „Wir sind alle Menschen, wir können alle Fehler machen. Aber das hat nichts mit einem normalen Fehler im Straßenverkehr zu tun.“ Was Duis besonders getroffen hat: Nach dem Unfall sollen zahlreiche Gaffer im Schneckentempo an den Wracks vorbeigefahren sein, ohne dass sie anhielten und Hilfe holten. Und auch der Umstand, dass der Dortmunder mit einem unversicherten Auto unterwegs war, macht sie wütend und fassungslos: „Ich habe bis heute noch keinen Euro bekommen.“

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