Gerichtsprozess

Audi-Mord: Angeklagter versucht "Befreiungsschlag"

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Dortmund/Bochum - Im Prozess um die Ermordung eines Autobesitzers hat einer der Angeklagten am Donnerstag zu einem "Befreiungsschlag" ausgeholt, um alles auf seinen mitangeklagten Kollegen aus Dortmund zu schieben. Die beiden Männer sind angeklagt, einen russischen Autoverkäufer erwürgt zu haben. Die Richter bleiben jedoch skeptisch.

Die beiden angeklagten Männer aus Lütgendortmund und Bochum sollen im Januar 2017 einen russischen Autoverkäufer umgebracht haben und dessen Audi R8 geraubt haben. Die Leiche des Verkäufers war später in einem Waldstück bei Witten gefunden worden.

Im Prozess vor dem Bochumer Schwurgericht haben sich die Angeklagten bis jetzt noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Für den 30-jährigen Dortmunder wird die Lage jedoch immer heikler. Sein mitangeklagter mutmaßlicher Komplize hatte in einer Verhandlungspause zuletzt diese Zeilen in die Wand geritzt: "Bin der Chris, 33 aus Bochum. Sitze in der JVA Dortmund wegen Mord. Diesen habe ich nicht begangen. Sondern Dieter aus Dortmund."

Mord nicht nötig gehabt

Außerdem hat der 33-Jährige über einen seiner Verteidiger vortragen lassen, dass er es gar nicht nötig gehabt habe, einen Raubmord zu begehen, weil er vor der Tat über ausreichend Bargeld verfügt habe - und zwar insgesamt über rund 70.000 Euro. Davon habe er Autos, Autoteile und Folien gekauft. Dem Gericht wurden sogar Kaufverträge vorgelegt.

Das Problem ist jedoch: In keinem der Kaufverträge sind Fahrgestellnummern oder Kennzeichen vermerkt. Außerdem sind die angeblichen Käufer der Autos (unter anderem ein Porsche Cayenne) laut Gericht nicht auffindbar.

Verkäufer erwürgt

Laut Staatsanwaltschaft hatten sich die Angeklagten im Januar mit dem Verkäufer des R8 getroffen und ihn nach einer Probefahrt erwürgt. Mit dem Fahrzeug (Verkaufspreis 81.000 Euro) sollen sie später prahlend herumgefahren sein.

Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht beiden Angeklagten lebenslange Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

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