Gerichtsprozess

Erst wurde geredet, dann flogen Fäuste

MARL - Für den Angeklagten aus Marl stand einiges auf dem Spiel: Er soll beim Maigang um den Halterner Stausee im vergangenen Jahr einem Halterner in den Finger gebissen und ihm mit einem Kantholz drei Zähne ausgeschlagen haben. Das Verfahren wurde am Ende vorläufig eingestellt.

Was genau am 1. Mai 2018 passiert ist, wer Täter und wer Opfer war, darüber gingen die Darstellungen der Zeugen aus zwei beteiligten Gruppen komplett auseinander. Vorausgegangen war ein Streit unter jungen Frauen. Schon auf dem Weg um den See und dann später am Tatort in der Nähe der Gaststätte Lakeside Inn hatten sich zwei der Frauen gegenseitig mehrfach provoziert: Die Begleiterin des Angeklagten – seine Freundin und Mutter eines damals gerade zwei Wochen alten gemeinsamen Sohnes – und deren Freundin auf der einen, eine andere Frau auf der anderen Seite. Es kam zu Beleidigungen, dann wurde es handgreiflich.

Nach Darstellung des 26-jährigen Geschädigten aus Haltern ging er dazwischen, um zu schlichten. Er sei dann aber von dem Angeklagten und mehreren anderen jungen Männern angegriffen, zu Boden geschlagen und schließlich mit einem Kantholz oder Stock ins Gesicht geschlagen worden. Der Angeklagte und seine beiden Begleiterinnen bestreiten diesen Tathergang. Die beiden jungen Frauen seien nach dem Gerangel der Mädchen von den Halternern angegriffen worden, so der Angeklagte, was die beiden jungen Frauen vor Gericht bestätigten. Als er ihnen helfen wollte, sei er selbst geschlagen und getreten worden. Als es schließlich zu einer Massenschlägerei gekommen sei, seien sie schon nicht mehr da gewesen. Der genaue Tathergang ließ sich nicht rekonstruieren. Verteidiger Tim F. Schubert beantragte eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen. Das Gericht folgte dem Antrag. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt, der Angeklagte muss in sechs Monaten 200 Arbeitsstunden ableisten. Erst danach wird die Einstellung rechtskräftig.

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