Gerichtsprozess

Gerangel in der JVA Meisenhof endet mit Messerstich

Castrop-Rauxel - Ein 37-jähriger Angeklagter soll einen Mithäftling in der JVA Meisenhof verletzt haben. Doch mit welchem Werkzeug soll der Angeklagte den Mithäftling wirklich verletzt haben?

Hümmelchen, auch Pittermann genannt, oder ein sogenannter Sparschäler? Das war eine der zentralen Fragen im Prozess um eine gefährliche Körperverletzung, begangen im November 2017 in der JVA Meisenhof. In der Anklageschrift selbst wird das gefährliche Werkzeug Kartoffelmesser genannt. Was über das Aussehen keine Auskunft gibt.

Der 37-jährige Angeklagte hat seinem Anwalt das Messer aufgemalt, das er "zur Sicherheit" an sich genommen habe. Denn er wollte, so seine Schilderung, zu einem klärenden Gespräch mit einem Mithäftling.

Der Angeklagte kam aus dem geschlossenen Vollzug

Nach seiner Verlegung vom geschlossenen Vollzug in Werl, wo er sieben Jahre gesessen hatte, war der Angeklagte erst ein paar Tage zuvor in den offenen Vollzug nach Castrop-Rauxel verlegt worden, um dort die letzten fünf Monate seiner Haftstrafe bei gelockerten Bedingungen zu verbringen.

Arbeit hatte er in der Schlosserei, wo er vor der Tür von einem anderen Häftling angesprochen wurde. Mit den Worten "Kennst du mich noch?", sei dieser auf ihn zugekommen. Habe ihn, nachdem er das verneint habe, unflätig beschimpft, seine Familie beleidigt.

Ein Dritter half beim Kontakt zum Mithälftling

Das habe er klären wollen, sagte der 37-Jährige. Er habe in Werl gerade eine mehrmonatige Therapie beendet, in der er gelernt habe, Konflikte mit Worten zu klären.

Deshalb machte er sich am Abend auf den Weg, wollte den Mann noch mal sprechen. Erfuhr von einem Dritten, den er vom Sehen aus Werl kannte, in welchem Hafthaus der Kollege wohnte. "Ich habe ihm das Haus gezeigt und den Mann, er war mein Nachbar, herausgerufen. Das Gespräch habe sich binnen Sekunden in ein Gerangel und Geschubse verwandelt, danach habe der Kollege geblutet. "Ein bisschen, nicht so intensiv", schob er nach. Seinen Nachbarn schildert er als jemanden, der gern provoziere.

Das Werkzeug wurde nicht gefunden

Der Angeklagte hatte zugegeben, das Messer eingesetzt zu haben. Zur Abwehr. Einen Sparschäler. Den habe er aber "instinktiv" weggeworfen. Er wurde nicht gefunden. Das Attest würde zu einem Sparschäler passen: ein 0,5 Zentimeter großer Riss, verursacht vermutlich durch einen stumpfen Gegenstand, bescheinigt der Notarzt.

Die JVA handelte schnell. "Abschuss" für beide. Zurück in den geschlossenen Vollzug. Der Angeklagte ist inzwischen ein freier Mann, der Geschädigte sitzt noch ein, wurde aus dem Gefängnis heraus vorgeführt. Wie auch der zweite Zeuge, der das Geschehen verfolgte. Doch bevor der Richter ein Urteil fällt, will er noch einen weiteren ehemaligen Mithäftling anhören. Den Mann, der den Verletzten ins Haus brachte und die Justizvollzugsbeamten verständigte.

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