Gerichtsprozess

Tresor-Diebstahl: Ex-Kumpel belastet Angeklagten

Datteln - Geld und Schmuck im Wert von 100.000 Euro wurden aus einem Wohnhaus in Meckinghoven erbeutet. Am zweiten Verhandlungstag belastet der Angeklagte seinen ehemals besten Freund.

Im Prozess um einen spektakulären Tresor-Diebstahl aus einem Wohnhaus in Meckinghoven ist der Angeklagte am Freitag belastet worden. Bei dem Coup waren im Januar 2015 Geld und Schmuck im Wert von mehr als 100.000 Euro erbeutet worden. „Er war dabei“, behauptete einer der Einbrecher am Bochumer Landgericht.

Vor allem eine sündhaft teure Platin-Armbanduhr (angeblich 12.000 Euro wert) habe es dem vorbestraften Wohnungseinbrecher auf der Anklagebank damals besonders angetan gehabt. „Er wollte die Uhr unbedingt haben“, erinnerte sich der in dieser Sache bereits verurteilte Einbrecher noch genau an die damalige Verteilung der Beute. Nach dem Coup sei er zusammen mit dem Angeklagten auf einen Schrottplatz im Osten von Dortmund gefahren. Dort habe man den Tresor aufgebrochen und den Inhalt aufgeteilt.

Beste Freunde verübten zusammen zahlreiche Straftaten

Fest steht: Die beiden Männer waren jahrzehntelang beste Freunde und haben zahlreiche Straftaten verübt. Zurzeit sitzen beide in verschiedenen Gefängnissen. Nach angeblichen Pistolen-Drohungen des jetzt Angeklagten gegen die Tochter des Ex-Kumpels hatte der dann schließlich ausgepackt und die Vorwürfe bei der Polizei zu Protokoll gegeben.

Inzwischen hat der Zeuge nach eigenen Angaben für den Angeklagten nur noch Verachtung übrig. „Es tut mir wirklich leid, dass ich mit so einem Mann so viel Zeit in meinem Leben verbracht habe“, sagte er am Freitag. Der Angeklagte fühlt sich von seinem ehemals besten Kumpel dagegen schamlos angezinkt.

Der 47-Jährige will gar nicht bestreiten, dass er seinerzeit mit der Uhr aus der Beute hantiert hat. Dass die Armbanduhr aus einem Einbruch stamme, sei ihm auch bewusst gewesen. Er beteuerte jedoch bereits zum Prozessauftakt: „Ich habe die Uhr damals gekauft und weiter verschenkt.“ Dass er selbst bei dem Einbruch in Datteln dabei gewesen ist, sei schlicht und einfach frei erfunden.

Laut Anklage sollen die beiden Männer am 26. Januar 2015 in einem Wohnhaus an der Fuhlenstraße abgeräumt haben. Damals wurde ein schwerer Panzerschrank, in dem die Hausbewohner ihre gesamten Ersparnisse aufbewahrt hatten, aus der Verankerung gerissen und abtransportiert.

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