Gerichtsprozess

Vorwurf: 16-Jähriger wollte schwangere Ex-Freundin töten

Duisburg (dpa/lnw) - Eine schwangere Teenagerin wird Opfer einer Messerattacke. Dahinter soll ihr Ex-Freund stecken. Er wollte angeblich nicht Vater werden. Jetzt stehen er und drei Freunde vor Gericht.

Nach einer Messerattacke auf eine schwangere 17-Jährige müssen sich vier Teenager seit Donnerstag in Duisburg vor Gericht verantworten. Einer der Angeklagten ist der mutmaßliche Vater des ungeborenen Kindes. Laut Staatsanwaltschaft wollte der 16-Jährige die werdende Mutter und das Kind töten, weil er mit der Schwangerschaft nicht einverstanden war. Die Anklage lautet auf Mordversuch und versuchten Schwangerschaftsabbruch. Weil alle Angeklagten unter 18 Jahre alt sind, findet der Prozess komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Laut Anklage lockte der 16-Jährige seine ehemalige Freundin am 6. September 2018 an eine abgelegene Stelle am Rhein in Duisburg. Die drei Mitangeklagten sollen sich dort in einem Gebüsch versteckt haben und auf ein Zeichen hervorgestürmt sein.

Die damals im fünften Monat schwangere Jugendliche wurde laut Anklage von mehreren Messerstichen getroffen - in Beinen und Hüfte. Sie konnte sich jedoch losreißen und flüchten.

"Sie hat große Angst um ihr Kind gehabt", sagte Kathrin Scharmacher, die Anwältin der 17-Jährigen, vor Prozessbeginn. Die Verletzungen durch den Messerangriff seien zwar verheilt, die Tat belaste sie jedoch sehr. "Es geht ihr schlecht", sagte Scharmacher. "Sie befindet sich noch immer in psychologischer Behandlung." Das Kind, das damals nicht verletzt worden ist, ist nach ihren Angaben noch nicht geboren. Der Geburtstermin stehe aber unmittelbar bevor.

Die vier Tatverdächtigen leben alle in Duisburg und sind laut Angaben des Gerichts 16 bis 17 Jahre alt. Bei drei von ihnen handelt es sich demnach um Deutsch-Türken, einer hat die schwedische Staatsbürgerschaft. Er wurde im Irak geboren und lebt seit 2013 in Deutschland, wie die Polizei berichtet hatte. Im Falle einer Verurteilung drohen den vier Angeklagten jeweils bis zu zehn Jahre Jugendhaft.

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