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Arbeit am Computer im Sprachlabor: Die Studierenden Sabrin Omeirat (l.) und Denis Fuhr mit Dr. Petra Iking, der Leiterin des Sprachenzentrums an der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen.

Globale Qualifikation

Das Sprachenzentrum der Westfälischen Hochschule

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Recklinghausen - Arbeiten in einer internationalen Unternehmensberatung – das kann sich Denis Fuhr sehr gut für seine Zukunft vorstellen. „Es ist bislang eine Vision“, sagt der 19-Jährige, der an der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen Internationales Wirtschaftsrecht („International Business Law and Business Management“) studiert.

Damit diese Vision Wirklichkeit wird, verbessert Denis Fuhr seine Fremdsprachenkenntnisse: „Da möchte ich so viel wie möglich lernen, das ist eine gute Basis für meinen späteren Beruf“, ist sich der Student sicher. Gerade hat er einen Auffrischungskurs in Französisch absolviert, nun stehen Kurse in Wirtschaftsfranzösisch und -englisch auf dem Plan. Und das alles im hochschuleigenen Sprachenzentrum.

Schon seit 25 Jahren gibt es das Sprachenzentrum an der Westfälischen Hochschule. Die Idee: Alle Studenten – von angehenden Ingenieuren bis zu Molekular-Biologen – sollen sprachlich konkurrenzfähig für den globalen Arbeitsmarkt gemacht werden. Ein Ziel, das die Hochschule bis heute verfolgt, wie Dr. Petra Iking erläutert: „Alle etwa 9000 Studierenden von unseren drei Standorten in Recklinghausen, Gelsenkirchen und Bocholt nehmen an mindestens einem Englisch-Modul im Sprachenzentrum teil. Das ist Pflicht“, erläutert die Leiterin des Zentrums.

Dabei gibt es verschiedene Kurse – vor allem in Englisch, Französisch und Spanisch, dazu in Portugiesisch und am Bocholter Standort auch in Niederländisch. Wichtig ist, dass die Veranstaltungen fachbezogen auf den jeweiligen Studiengang sind: Es gibt Wirtschaftsenglisch, -französisch, -spanisch und -niederländisch, dazu Englisch für die einzelnen Fachbereiche – von Physikalischer Technik über Journalismus bis zur Wirtschaftsinformatik. Iking: „Die Studierenden sollen über die Fachinhalte ihres Studiengangs zumindest in Englisch mit Fachleuten und Laien kommunizieren können – und mit englischer Fachliteratur klarkommen.“

Für Studierende wie Denis Fuhr und Sabrin Omeirat ist das Sprachenzentrum alles andere als eine lästige Pflicht. „Ich möchte zwar später in Deutschland arbeiten – gerne in der Rechtsabteilung eines großen Unternehmens“, berichtet Sabrin Omeirat. „Aber auch da sind gute Fremdsprachenkenntnisse ein Vorteil, zum Beispiel, weil manche Kunden nicht deutsch sprechen“, sagt die 26-Jährige, die an der Recklinghäuser Hochschule Wirtschaftsrecht studiert.

Und Denis Fuhr betont nicht nur die Wichtigkeit einer Fremdsprache, sondern auch die Freude bei der Arbeit im Sprachenzentrum: „Der Französischkurs war eine gute Abwechslung zu den Modulen des normalen Studiums mit vielen Vorlesungen. Hier ist es interaktiver, das macht Spaß.“

Individuelle Aufarbeitung der Defizite

Tatsächlich bietet das Sprachenzentrum auch bezüglich der Lernformen viele Möglichkeiten: An allen Hochschul-Standorten steht ein modernes Sprachlabor zur Verfügung. Präsenzlehre ist im Seminarraum und Sprachlabor möglich, Selbststudium zu Hause und im Sprachlabor. „Wir haben im Bereich von E-Learning viele Angebote, spezielle Lernsoftware entwickelt – je nach Lerntyp und Vorkenntnissen bieten wir eine individuelle Aufarbeitung der jeweiligen Defizite an. Leitlinie sind dabei immer die Bedürfnisse der Studierenden“, erläutert Petra Iking. So gibt es nach einem Einstufungstest Kurs-Empfehlungen für die Studierenden, die gesamte Palette der Veranstaltungen reicht von der Landeskunde über Examenstraining bis zur Videoübung – Thema: Wie manage ich ein Meeting?

Erstes Sprachenzentrum an einer NRW-Fachhochschule

1993 entstand das Sprachenzentrum an der damaligen Fachhochschule Gelsenkirchen, heute Westfälische Hochschule. Es war das erste Sprachenzentrum an einer FH in Nordrhein-Westfalen. Der Grund für die Einrichtung war der Wunsch nach internationaler Ausrichtung. „Damals hieß das noch Europafähigkeit, heute würde man von Globalisierung sprechen“, sagt Dr. Petra Iking. Die Leiterin des Sprachenzentrums erinnert sich: „1993 hat mancher gefragt: Wozu brauchen Betriebswirte Sprachen? Ein zentrales Sprachenzentrum an einem Standort ohne sprachliche Studiengänge zu gründen, um eine internationale Konkurrenzfähigkeit zu erreichen, war neu, innovativ und zukunftsorientiert.“

So weit ist Erstsemesterin Sabrin Omeirat noch nicht, für sie stehen nun nach einer Französisch-Auffrischung erst einmal die Wirtschaftsrechts-Fachkurse in Französisch und Englisch an. Aufgaben, die die junge Frau gerne angeht. Sie ist sicher: „Jede Sprache mehr ist besser.“

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