Grünpflege in Dortmund

Mit Volldampf gegen Unkraut - und Missmut

Dortmund - Im letzten Jahr gab es viel Unmut über das ungepflegte Straßengrün. Jetzt soll die EDG allein das Ruder bei der Pflege übernehmen. Unter anderem schafft sie dafür ein ganz neues Gerät an.

Ob Unkraut entfernen oder Rosen schneiden - in Zukunft soll die Grünpflege auf und an Dortmunds Straßen aus einer Hand erfolgen. Aus der Hand der EDG. Das Tiefbauamt, bislang für die sogenannte ästhetische Grünpflege wie Rasenschnitt am Straßenrand zuständig, kann sich dann anderen Aufgaben widmen. Diesen Vorschlag der Verwaltung soll der Rat am 22. März abnicken.

Im letzten Jahr hatten Politik und Bürger ihren Unmut über das vielerorts ungepflegte Straßengrün kundgetan. Wiederholt kam die Forderung, angestoßen von der CDU, die städtische Grünpflege komplett an die EDG zu übertragen. Jetzt erfolgt der erste Schritt mit der Wildkrautbekämpfung ab 1. April. Ab 2019 soll die EDG auch die Grünpflege von Trennstreifen und Beeten am Straßenrand vom Tiefbauamt übernehmen.

Langzeitarbeitslose sollen helfen

Noch schlummert das Unkraut - politisch korrekt Wildkraut - im Boden rund um Aufpflasterungen, an Bordsteinen, am Fuß von Schildern und Pollern. Doch wenn es mit der Frühlingssonne wieder zu wuchern beginnt, will die EDG Klee, Quecke und Co mit Fugenkratzern, Kantenschneidern, Kehrmaschinen und rotierenden Drahtbürsten an die Wurzel. Und erstmals auch mit heißem Dampf. Letzterer soll mehrfach im Jahr und ab 2019 vor allem dort zum Einsatz kommen, wo es weniger um Verkehrssicherung geht, sondern mehr um ein ansprechendes Erscheinungsbild, also dort, wo bislang das Tiefbauamt zuständig war.

Unterstützt wird die EDG dabei von 42 Langzeitarbeitslosen. An Geräten muss sie drei neue Arbeitsmaschinen anschaffen. Für ihre Bedienung werden vier weitere Mitarbeiter eingestellt.

Kosten belaufen sich auf 875.000 Euro

Da die verkehrssichernde Unkrautbeseitigung aus den Gebühren für die Straßenreinigung finanziert wird, muss bei der Kostenabrechnung genau unterschieden werden, was der Verkehrssicherung und was nur dem schönen Aussehen dient. Am Ende muss die EDG mit der Stadt "spitz" abrechnen.

Die von der EDG überschlägig kalkulierten Kosten der Unkrautbeseitigung fürs Auge belaufen sich auf 875.000 Euro. Die müssen aus dem städtischen Haushalt kommen. Weitere Kosten werden mit Fördermitteln aus dem Langzeitarbeitslosenprogramm "Service Center Lokale Arbeit" finanziert.

Grünpflege aus einer Hand

Die Grünpflege aus einer Hand war bislang auch daran gescheitert, weil das Tiefbauamt keine Übersicht über seinen Aufwand und die Kosten vorlegen konnte. Inzwischen sind die Pflegeflächen ermittelt, teilt die Stadt mit, Was noch fehlt, um die genauen Kosten zu beziffern, ist der Pflegeaufwand. Auch Synergieeffekte, die durch den neuen gemeinsamen Betriebshof von EDG und Tiefbauamt entstehen, müssen eingerechnet werden; denn am Ende darf die Grünpflege aus der Hand der EDG nicht teurer werden als die des Tiefbauamtes.

Die Parks und Gärten der Stadt sowie die Außenanlagen von Schulhöfen und Sportplätzen bleiben in der Pflege der Stadt, auch weil es bei der EDG kein landschaftsarchitektonisches oder gärtnerisches Knowhow gibt.

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