+
Einer der bei der Vergewaltigung einer jungen Frau mutmaßlich beteiligten Jugendlichen sitzt mit einer Kapuze über dem Kopf im Gerichtssaal

Brutale Gruppenvergewaltigung in Mülheim - so urteilen die Duisburger Richter

Sie waren zur Tatzeit gerade einmal 14 Jahre alt. Jetzt wurden die drei Jugendlichen nach der Vergewaltigung einer 18-Jährigen in Mülheim zu Jugendstrafen verurteilt. Nur einer muss länger ins Gefängnis.

  • Nach der gemeinsamen Vergewaltigung einer 18-jährigen Frau in Mülheim hat das Landgericht Duisburg drei Jugendliche verurteilt.
  • Nach Jugendstrafrecht muss ein Angeklagter für zweieinhalb Jahre in Haft. Die beiden anderen Jugendlichen erhalten eine Bewährungsstrafe.
  • Die Urteile gegen die zur Tatzeit 14-Jährigen sind noch nicht rechtskräftig.

Nach der Vergewaltigung einer 18-Jährigen im Juli 2019 in Mülheim an der Ruhr hat das Landgericht Duisburg drei Jugendliche im Alter 15 Jahren zu Jugendstrafen verurteilt. Einer der Angeklagten erhielt eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. 

Vier Wochen Dauerarrest, dann Bewährung

Die zwei weiteren Angeklagten bekamen Strafen von 18 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Allerdings müssen die beiden für vier Wochen in Dauerarrest. Ihnen hielt die Kammer zu Gute, dass sie nicht vorbestraft sind. Die Urteile gegen die zur Tatzeit 14-Jährigen sind nicht rechtskräftig.

Prozess gegen Bulgaren unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Der Prozess fand wegen des jugendlichen Alters der bulgarischen Angeklagten vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Richter sind davon überzeugt, dass einer der Angeklagten und ein damals zwölf Jahre alter Freund das spätere Opfer im Juli 2019 zu einem Treffen im Wald überredet hatten. Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass es zu sexuellen Handlungen kommen würde, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Ale später jedoch die beiden anderen Angeklagten und ein weiterer Zwölfjähriger hinzugekommen seien, habe die 18-Jährige klargemacht, dass sie nun nicht mehr wolle. Dennoch sei es zum Geschlechtsverkehr gekommen. Dabei sei die junge Frau auch geohrfeigt worden, so das Gericht. Gegen die beiden Zwölfjährigen konnten keine Ermittlungen geführt werden, da diese zur Tatzeit noch nicht strafmündig waren.

Stadt Mülheim scheitert mehrfach mit Ausweisung

Der Fall von Mülheim hatte im Sommer bundesweit für Entsetzen gesorgt. Dass die beiden jüngsten Verdächtigen gar nicht erst vor Gericht kamen, sorgte für Debatten über die Frage, bis wann man strafunmündig sein sollte. Die Stadt Mülheim scheiterte zudem mehrmals damit, die Familie des Hauptverdächtigen nach Bulgarien auszuweisen. Die Eltern legten auf den letzten Drücker immer wieder die nötigen Belege für eine Arbeitsstelle vor.

Er wollte sie vergewaltigen - Corona-Verdacht bei Festgenommenem in Bochum

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nicht auf Biegen und Brechen: VfB Waltrop wartet noch mit dem Wiedereinstieg
Nicht auf Biegen und Brechen: VfB Waltrop wartet noch mit dem Wiedereinstieg
Neue Partei in Herten: Vorsitzende gibt nach sieben Tagen bereits wieder auf - das sind die Gründe
Neue Partei in Herten: Vorsitzende gibt nach sieben Tagen bereits wieder auf - das sind die Gründe
SEK stürmt Wohnhaus in Essen: Mann feuert Schüsse vom Balkon ab
SEK stürmt Wohnhaus in Essen: Mann feuert Schüsse vom Balkon ab
Große AfD-Veranstaltung am Sonntag in Waltrop - Demonstration angekündigt: Polizei ist vor Ort
Große AfD-Veranstaltung am Sonntag in Waltrop - Demonstration angekündigt: Polizei ist vor Ort
Protest gegen AfD-Veranstaltung in der Stadthalle Waltrop
Protest gegen AfD-Veranstaltung in der Stadthalle Waltrop

Kommentare