Güterverkehr

Dortmunder Stadtwerke mischen beim Terminalbau in Osnabrück mit

Den ersten Verladebahnhof für Güter haben die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) im Hafengebiet in Deusen gebaut. Ein ähnliches Terminal soll mit Hilfe von DSW21 nun in Osnabrück entstehen.

Der Verladebahnhof an der Franz-Schlüter-Straße in Deusen könnte zur Blaupause für andere werden: Seit Frühjahr 2016 in Betrieb, werden dort hauptsächlich Güter vom Lkw auf die Schiene umgeschlagen. Bauherr und Eigentümer der Anlage ist DSW21. Eine ähnliche Verladestation soll es mithilfe der Dortmunder bald auch in Osnabrück geben.

Grünes Licht für die Beteiligung

Die Stadtwerke-Aufsichtsräte haben ihren Vorständen in der jüngsten Sitzung freie Hand gegeben, DSW21 am Bau des Osnabrücker Terminals zu beteiligen. Demnach dürfen die Dortmunder Stadtwerke mit 49 Prozent in die Besitzgesellschaft einsteigen. Je 25 Prozent halten die Stadtwerke Osnabrück und ein privater Logistiker, die restlichen ein Prozent gehen an einen Privaten.

Die Anlage für den Kombinierten Verkehr (KV), bei der wie in Dortmund Güter vom Lkw auf die Schiene umgeschlagen werden, soll 2021 den Betrieb aufnehmen. Die Kosten für die erste Ausbaustufe beziffert DSW21-Projektleiterin Kristina Rummeld aktuell mit rund 30 Millionen Euro. Da die Osnabrücker inzwischen einen Förderbescheid vom Eisenbahnbundesamt über rund 22 Millionen Euro haben, wären die Dortmunder Stadtwerke mit einem Eigenanteil von rund drei bis vier Millionen Euro dabei.

Ein Stück vom Kuchen

Was bewegt DSW21, sich an einem Terminal im 130 Kilometer entfernten Osnabrück zu beteiligen? Antworten gab Prof. Dr. Uwe Clausen, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik, in der zurückliegenden Aufsichtsratssitzung. Wie alle Verkehrsexperten erwartet auch Clausen, dass die Umschlagsmengen der Küstenhäfen weiter steigen. Damit nehmen gleichzeitig auch die sogenannten Hinterlandverkehre zu - also der Transport von den Seehäfen zu den Binnenhäfen. Und umgekehrt.

Steigende Umschlagsmargen erwartet Clausen auch für den Großraum Osnabrück. Seiner Untersuchung zufolge wird sich das dortige Aufkommen im Zeitraum 2010 bis 2030 um satte 82 Prozent auf 150.000 Container pro Jahr erhöhen. Der Kuchen wird also größer, und Dortmund möchte sich davon ein Stückchen abschneiden.

Der Einstieg von DSW21 in Osnabrück biete die Chance, zusätzliche Güterströme und Umschlag für das Container Terminal am Dortmunder Hafen und für die KV-Anlage in Deusen zu gewinnen. Durch die Kooperation mit Osnabrück könnten beispielsweise gemeinsame Containerzüge und gemeinsame Containerdepots gebildet werden, sagt DSW21-Projektleiterin Kristina Rummeld. "Wir wollen dazu beitragen, weitere Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlegen."

"Im Grundsatz hohes Wachstumspotenzial"

Dass der kombinierte Verkehr (also das Zusammenspiel von Schiff, Lkw und Eisenbahn beim Transport von Gütern) an Bedeutung zulegt, weiß natürlich auch Thorsten Schütte, Geschäftsführer der Container Terminal Dortmund GmbH (CTD) an der Kanalstraße. "Ein Markt, der prinzipiell hohes Wachstumspotenzial birgt", sagt Schütte. Dortmund gehöre zu den wenigen Anbietern, die überhaupt noch freie Kapazitäten für den Terminalumschlag zur Verfügung hätten. "Jedes Terminal, das neu gebaut wird, stärkt das Gesamtsystem."

Ob Dortmund auch beim Betrieb der Osnabrücker Anlage mitmischen wird, ist noch offen. Die Betreiber werden per Ausschreibung ermittelt. Sie soll im 2. Quartal 2019 starten.

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