Haftbefehl gegen den Pflegevater

Mutmaßlich misshandelter Einjähriger kam aus Gelsenkirchen

Gelsenkirchen/Plettenberg (dpa/lnw) - Der vermutlich an Misshandlungen gestorbene Einjährige aus Plettenberg im Sauerland kam ursprünglich aus Gelsenkirchen. Dies teilte die Ruhrgebietsstadt am Montag mit. Die Stadt habe das Kind im Juli 2018 aus schwierigen Verhältnissen zunächst vorläufig in Obhut genommen.

Mit Beschluss des Amtsgerichts Gelsenkirchen sei den Eltern dann die elterliche Sorge entzogen worden. Anschließend sei eine Pflegefamilie gefunden worden, zu der das Kind im Augst 2018 wechselte.

Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den Pflegevater unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Stadt Gelsenkirchen äußerte sich bestürzt über den Tod des Kindes. Dies sei einer der schlimmsten denkbaren Fälle. Man stehe im Kontakt mit den leiblichen Eltern und habe Hilfe angeboten, hieß es.

Das schwer verletzte Kind war vergangene Woche von den Pflegeeltern aus Plettenberg im Sauerland in ein Krankenhaus in Lüdenscheid gebracht worden. Von dort wurde der kleine Junge noch mit einem Hubschrauber nach Essen in die Universitätsklinik geflogen, wo er am Donnerstagmorgen starb. Eine Obduktion ergab: "Die Verletzungen und letztlich der Tod des Kindes sind auf Gewalteinwirkung zurückzuführen", hatte die Polizei mitgeteilt.

"Die Pflegefamilie wurde durch die Lebenshilfe und das Jugendamt begleitet", hieß es. Einen gemeinsamen Besuch habe es zuletzt am 6. Dezember gegeben. "Dabei wurde festgestellt, dass das Pflegekind gut versorgt ist und Fortschritte macht." Auffälligkeiten habe es zu keiner Zeit gegeben.

Erste Mitteilung von Freitag

Mitteilung der Stadt Gelsenkirchen

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