Haftstrafe am Amtsgericht

38-Jähriger stiehlt totem Freund die DJ-Ausstattung

Castrop-Rauxel - Nach dem plötzlichen Tod seines Freundes stahl der 38-Jährige sein teures DJ-Equipment aus dessen Wohnung. Dafür musste sich der Castrop-Rauxeler vor dem Amtsgericht verantworten. Und die vielen Zeugen hatten so Einiges gegen ihn in der Hand.

Auf eine letzte Stellungnahme verzichtete der 38-jährige Angeklagte am Amtsgericht mit den Worten: "Ich bin sprachlos." Unmittelbar zuvor war er - nach insgesamt drei langen Verhandlungen vor dem Strafgericht - zu einer zehnmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

DJ-AusstattungRichter und Staatsanwalt sahen es aufgrund etlicher Zeugenaussagen als erwiesen an, dass der Angeklagte im Dezember 2015 in die Wohnung seines verstorbenen Freundes eingedrungen und zahlreiche hochwertige Musikgeräte, die zur Ausstattung eines DJs gehören, entwendet hat.

Nach dem plötzlichen Tod hatten Mutter und Brüder diese Ausstattung noch in der Wohnung des Verstorbenen gesehen. "Ich habe die Kabel der Geräte entwirrt und die Dinge zum Transport hingestellt", erklärte einer der Brüder. Eine Vorarbeit, um die Wohnung anschließend zügig räumen zu können.

So hat er aber anscheinend dem Dieb zugearbeitet. Denn als die Verwandten nach Weihnachten wieder in die Wohnung kamen, war die Ausstattung gänzlich verschwunden. Gefunden wurde ein Großteil dieser Dinge in der Bochumer Wohnung des Angeklagten. Dessen Erklärung: "Er hat mal eine Weile bei mir gewohnt, da haben sich unsere Sachen wohl vermischt oder er hat die vergessen."

Das aber hielten die Zeugen für ausgeschlossen. "Diese Geräte waren sein Heiligtum", bekräftigte ein Freund, der beim Umzug von Bochum in die Castroper Altstadtwohnung geholfen hatte. Der verstorbene Freund habe alles mitgenommen, das Zimmer sei nach seinem Auszug restlos leer gewesen.

Eigene NachforschungenAls ihm zu Ohren kam, dass die Wohnung des Freundes ausgeraubt wurde, habe er eigene Nachforschungen im Bekanntenkreis angestellt. Schnell kam der Angeklagte in den Fokus. Als Beleg fungierte ein Facebook-Chat, in dem eine Ex-Freundin des Bochumers dem Zeugen bestätigte, dass dieser die Dinge in seiner Wohnung habe. Wo die Polizei sie dann auch sicherstellte.

Das in einer Habinghorster Wohnung sichergestellte Haschisch konnte ihm dagegen nicht zugeordnet werden. In diesem Punkt gab es einen Freispruch.

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