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300 Landwirte aus dem Vest kamen zum Kreisverbandstag nach Haltern.

Kommt jetzt das Verbot für Preis-Dumping im Lebensmittelhandel?

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NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser kündigt beim Kreisverbandstag der Landwirte in Haltern eine Bundesratsinitiative an.

In Deutschland soll es verboten werden, dass Lebensmittel im Handel unter dem Einstandspreis verkauft werden. Eine entsprechende Initiative will die nordrhein-westfälische Landesregierung in den Bundesrat einbringen. Das kündigte Ursula Heinen-Esser (CDU), NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, am Donnerstagabend beim Verbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen im Hotel Seehof in Haltern an. Ziel der Initiative: Landwirte sollen für ihre Produkte faire Preise erhalten.

800 Gramm Bratwurst für 3,49 Euro - "das geht nicht"

Im Lebensmittelhandel unterbieten sich die Wettbewerber durch Niedrigpreise und Sonderaktionen. Die Ministerin spricht von einer „Arroganz des Handels gegenüber den Erzeugern“. Als Beispiel nennt sie Angebote wie „800 Gramm Bratwurst für 3,49 Euro“. Für diesen Preis könne kein Landwirt produzieren. Und hier zeige sich auch eine mangelnde Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln.

Die Landwirte sind in Aufruhr. „Blanke Existenzangst“ treibe sie zu Demonstrationen auf die Straße, sagte Kreisverbandsvorsitzender Friedrich Steinmann beim Verbandstag in Haltern. Auch aus dem Kreis Recklinghausen machten sich zahlreiche Bauern mit ihren Treckern auf den Weg. Gerade junge Landwirte fühlten sich vollständig überrannt von der Flut an Vorschriften und Beschränkungen, die fachlich nicht begründbar seien. „Dabei haben unsere Produkte und Produktionsmethoden die weltweit höchsten Standards“, betonte Steinmann. "Und wir ernähren schließlich 80 Millionen Menschen in Deutschland, und das 365 Tage im Jahr."

Ministerin Ursula Heinen-Esser und Kreisverbandsvorsitzender Friedrich Steinmann.

In der aktuellen Diskussion geht es ums Düngen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, ums Insektensterben und ums Tierwohl. Die Landwirte seien bereit zu Veränderungen. „Aber wir verlangen von der Politik, dass sie mit uns redet, bevor sie Verordnungen und Gesetze erlässt“, forderte Steinmann. Landwirte benötigten Lösungen, die fachlich und wissenschaftsbasiert seien und nicht ideologisch.

Für mehr Tierwohl soll der Verbraucher auch bezahlen

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser nahm auf dem Kreisverbandstag auch die Verbraucher in die Pflicht. Wer mehr Tierwohl wolle, müsse bereit sein, auch dafür zu bezahlen. „Wenn das nicht über Verbraucherpreise geht, müssen andere Wege der Finanzierung gefunden werden“, betonte die Politikerin. Der Konflikt dürfe auf jeden Fall nicht auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen werden.

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