Hammer-Attacke

24-Jähriger wird nach Hammer-Attacke auf Cousine zu sechs Jahren Haft verurteilt

Dortmund - Ein 24-Jähriger hatte im Januar seiner Cousine mit einem Hammer den Schädel eingeschlagen. Das Gericht verhängte sechs Jahre Haft, machte dem jungen Mann aber auch Hoffnung.

Vor den Augen zahlreicher Freunde und Verwandte ist ein 24-jähriger Mann aus Nette vom Schwurgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Im Januar hatte der Angeklagte seiner Cousine mit einem Hammer den Schädel eingeschlagen.

Den größten Teil der Strafe wird der Angeklagte aber nicht in einem Gefängnis, sondern in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsklinik verbüßen. Steht er die dortige Therapie erfolgreich durch, kann er vielleicht schon Anfang 2021 mit einer vorzeitigen Entlassung auf Bewährung rechnen.

Angeklagter hatte früh Kontakt zu Drogen

Schon in frühester Jugend war der 24-Jährige mit Rauschgift in Kontakt gekommen. "Im Grunde hat er alles ausprobiert, was es so gab", sagte der Vorsitzende Richter Peter Windgätter in der Urteilsbegründung.

Die Schwurgerichtskammer ist davon überzeugt, dass Drogen auch der bei der Erklärung der Bluttat vom 11. Januar eine wesentliche Rolle spielen.

Der Angeklagte verdiente sich in Nette als Kleindealer regelmäßig Geld für seine eigene Sucht. Mit seiner Cousine verstand er sich nicht nur gut, sie zählte auch zum Kreis seiner Kunden.

Am Tatabend will der 24-Jährige bemerkt haben, dass aus seinem Vorrat 15 Gramm Marihuana fehlten. Für das Verschwinden machte er seine Cousine verantwortlich. Die Schülerin hatte im Prozess ausgesagt, dass der Angeklagte sie "immer so komisch angeguckt" habe. Schließlich soll er ihr sogar in den BH gegriffen haben, um sicher zu gehen, dass sie dort auch nichts versteckt hatte.

Opfer erlitt sechs Brüche der Schädeldecke

Dass ihr Cousin sie wenig später auf einem dunklen Spielplatz von hinten mit einem Hammer angreifen würde, hätte die 20-Jährige natürlich trotzdem niemals erwartet. Immer wieder schlug der Angeklagte damals zu. Die Ärzte zählten später sechs Brüche der Schädeldecke und dazu Frakturen des Jochbeins, des Mittelgesichts und der Augenhöhle.

Es gleicht einem medizinischen Wunder, dass die Frau den Angriff überlebt hat. Und vor allem, dass körperlich so gut wie keine Schäden zurückgeblieben sind.

Von einer Verurteilung wegen versuchten Mordes sahen die Richter ab, weil der 24-Jährige aus freien Stücken von seinem Opfer abließ und keine weiteren Schläge mehr ausführte. Das Urteil lautet daher "nur" auf gefährliche Körperverletzung.

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