Handwerkskammer

Das Warten auf den Handwerker geht weiter

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Kreis RE - Die Lage der Betriebe ist „grandios“, die Auftragsbücher sind voll. Für den Kunden ist diese Konstellation nicht unbedingt von Vorteil.

Die Lage im Handwerk ist „grandios“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Hund. Doch die Gesichter mancher Kunden werden immer länger. Denn die Auftragsbücher der Betriebe sind so voll, dass die Verbraucher sich auch weiterhin in Geduld üben müssen.

Das Problem verschärft sich von Jahr zu Jahr. Die Kapazitäten der Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region sind zu 83 Prozent ausgelastet. Das ist eine Erkenntnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer. Vor allem am Bau wird es eng. „Wegen des Baubooms müssen Kunden lange Wartezeiten für ihre Aufträge einplanen“, teilt die Kammer mit: 14 Wochen im Bauhauptgewerbe (Hoch- und Tiefbau) sowie zwölf Wochen im Ausbaugewerbe.

Diesem Zweig werden u. a. Klempner, Heizungsbauer, Schreiner, Elektriker, Bodenleger oder Maler und Lackierer zugerechnet. Immerhin: Rund 60 Prozent der befragten Betriebe gaben an, trotz des Konjunkturhochs und allgemeiner Kostensteigerungen die Preise nicht angehoben zu haben. Nicht alle Unternehmen seien jedoch in der Lage, steigende Stundenkostensätze aufzufangen. Sie müssten sie teilweise an die Kunden weitergeben, so Hund.

Viele Handwerksunternehmen finden einfach keine passenden Mitarbeiter

Im Kreis RE gibt es 5780 Handwerksbetriebe mit knapp 32.000 Beschäftigten. Die Branche erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 3,7 Milliarden Euro im Jahr. 14,3 Prozent der befragten Firmen im Kreis kündigten Neueinstellungen für die nächsten Monate an. Doch die Quote der Betriebe, die Personalbedarf haben, dürfte viel höher sein. Viele Handwerksunternehmen finden einfach keine passenden Mitarbeiter.

Unter den rund 4900 offenen Stellen, für die Arbeitsagentur und Jobcenter im Kreis RE aktuell passende Kandidaten suchen, sind Handwerksberufe besonders stark vertreten. Gesucht werden Friseure, Maler und Lackierer, Elektriker, Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizung-Klima, Maurer oder Kfz-Elektroniker. Der Mangel an Fachkräften ist nach Angaben der Handwerkskammer ein Grund dafür, dass die Betriebe mit dem Abarbeiten ihrer Aufträge oft kaum noch nachkommen. Immerhin steigt die Zahl der Auszubildenden im Handwerk an: In diesem Jahr verzeichnete die Kammer ein Plus von zwei Prozent.

65 Prozent der im Kammerbezirk befragten Betriebe bezeichneten ihre Geschäftslage als gut (Werte für den Kreis RE: siehe Info). „Die Entwicklung seit dem Herbst 2010 gleicht einem Höhenflug, wie wir ihn seit Beginn der Konjunkturbeobachtung im Jahr 1977 noch nicht erlebt haben“, betont Präsident Hans Hund.

Rubriklistenbild: © dpa

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