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Taip Martinovic sitzt mit drei seiner sechs Kinder auf dem Bett, das durch die kiloschwere Platte in zwei Teile gerissen wurde. Nur für das Foto ist die Familie noch einmal in das Unglücks-Zimmer zurückgekehrt, das seit dem Vorfall verschlossen ist.

Hausverwaltung schaltet Gutachter ein

Nach Deckensturz - wer zahlt jetzt den Schaden?

DORTMUND - Für Bauunternehmer Sinan Asani ist die Sache klar: "Diese Geschichte hätte schlimm enden können." Damit meint er die Deckenplatte, die Heiligabend in der Flurstraße 2 ein Bett zertrümmerte, während drei Kinder darauf spielten. Asani soll nun den entstandenen Schaden reparieren. Doch wer kommt für die Kosten auf?

Für Marc Willmann von der Hausverwaltung Willmann ist klar: Um den Schaden muss sich die HAK Immobilien GmbH allein kümmern. Ein Fazit, das HAK Immobilien wiederum neu ist.

Der Reihe nach: Die fünf Wohnungen in dem Haus an der Flurstraße 2 gehören einer Gemeinschaft von Eigentümern. Einer davon ist die HAK Immobilien GmbH, die laut Willmann zwei Wohnungen im Haus besitzt. Taip Martinovics wohnt in der Wohnung, in der sich die Decke löste und das Bett zerstörte.

"Das Gemeinschafts-Eigentum ist nicht betroffen"

Bisher war nicht klar, wer die Kosten für den entstandenen Schaden tragen muss – der Besitzer der Wohnung oder die Gemeinschaft der Eigentümer. Um diese Frage zu klären, hatte Marc Willmann am Mittwoch nach eigenen Angaben im Namen der Eigentümer-Gemeinschaft einen Gutachter beauftragt. Das Fazit des Gutachtens laut Willmann: „Das Gemeinschafts-Eigentum ist nicht betroffen.“

Damit meint der Hausverwalter, dass weder die Rohrleitungen noch die Deckenbalken in dem Haus an der Flurstraße 2 betroffen sind, die in den Verantwortungsbereich aller Eigentümer fallen würde. „Lediglich der Putz in der Wohnung ist betroffen, das habe ich der HAK Immobilien GmbH mitgeteilt“, erklärt Willmann.

Für die HAK Immobilien GmbH heißt das nun laut Willmann: „Den Schaden trägt HAK Immobilien.“ Eine Information, die Cenap Yildirim auf Nachfrage neu war: „Von dem Gutachten und dem Ergebnis weiß ich nichts. Das müssen wir erst prüfen. Außerdem muss auch die Gebäudehaftpflicht-Versicherung den Fall noch klären.“ Der hatte die Hausverwaltung Willmann den Schaden gemeldet.

Yildirim weiter: „Wenn sich herausstellt, dass wir für den Schaden aufkommen müssen, dann werden wir uns unverzüglich darum kümmern. Und damit es nicht wieder heißt, dass wir einfache Arbeiter schicken, werden wir eine Fachfirma damit beauftragen.“

Warum kam die Decke runter?

Wie aber konnte es überhaupt zu dem Unglück kommen? Cenap Yildirim teilte am Mittwoch auf Nachfrage mit, das Unternehmen habe die Wohnung in ihrem jetzigen Zustand vor fünf Jahren übernommen. Vor dem Einzug der Familie vor vier Jahren seien das Bad erneuert, die Wände tapeziert und Laminat verlegt worden. „Warum jetzt die Decke runtergekommen ist, kann ich mir nicht erklären“, sagte Yildirim.

Nach der Begehung der Unglücks-Wohnung mit dem Gutachter geht Marc Willmann davon aus, dass die Ursache bereits in den 50er Jahren liegt: „Als das Haus in den 50er Jahren wieder aufgebaut wurde, muss damals zu viel Putz aufgetragen worden sein.“ Eine knapp zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht habe der Gutachter bei der Beurteilung am Mittwoch festgestellt. „Normal wäre allerdings nur ein Zentimeter“, stellt Willmann klar.

Der HAK Immobilien GmbH rät Willmann: „Man sollte nicht nur das Loch zumachen, sondern auch eine zweite Decke mit Ripigs-Platten darunter setzen.“ Aus Kulanz, sagt Yildirim, habe er der Familie schon im vergangenen Jahr angeboten, in eine andere Wohnung an der Jakobstraße zu ziehen. So lange, sagt er, bis der Schaden behoben ist.

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