Hauttransplantation am Klinikum

85 Prozent der Hautoberfläche verbrannt - doch Laura überlebte

Dortmund - Dass Laura noch lebt, grenzt an ein Wunder. Denn nach einem Unfall gaben die behandelnden Ärzte in der Unfallklinik Dortmund-Nord ihr eine Überlebenschance im einstelligen Bereich.

Laura hat seit ihrem Unfall vor zwei Jahren ein Martyrium hinter sich. Damals war die Italienerin aus Florenz, die ihren Nachnamen nicht veröffentlicht sehen möchte, in Deutschland wegen einer Geburtstagsfeier. Plötzlich fing ihr Abendkleid Feuer. Einige Freunde versuchten noch, das Feuer zu ersticken. Dennoch verbrannten 85 Prozent der Hautoberfläche der heute 25-Jährigen.

Die Feuerwehr fuhr die junge Frau direkt zur nächsten Verbrennungsstation im Klinikum Dortmund-Nord. Dort wurde sie in ein künstliches Koma versetzt. Eigentlich sollte sie drei Wochen in dem Zustand bleiben, damit ihre Brandverletzungen intensiv vorbehandelt werden können. Doch bereits nach einigen Tagen wachte Laura wieder auf. "Alle sagten, dass ich einen großen Überlebenswillen hatte", sagt sie.

Laura wurden Hautzellen entnommen

Zunächst wurden ihre Hände mit einem Ananasextrakt behandelt - deshalb kann Laura heute ihre Hände auch wieder voll bewegen. Nach einigen Wochen wurde ihr eine Hautprobe entnommen und nach Berlin zum Deutschen Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) geschicht. Das DIZG ist der einzige Anbieter und Versorger körpereigener Zellkulturen für Schwerstverbrandte in Deutschland. Haut gehört zu sogenannten Todspenden, sie werden also von verstorbenen Spendern entnommen. Inzwischen gibt es aber auch die Möglichkeit, Hautzellen zu züchten.

"Ich war zweimal im Operationsraum, um die Hauttransplantate zu empfangen. Gott sei Dank hat alles prima funktioniert und mein Körper hat die Transplantate gut angenommen", so Laura. Insgesamt vier Monate lag sie auf der Intensivstation in der Unfallklinik Dortmund-Nord, danach ging es in die sechswöchige Reha nach Bad Klosterlausnitz in Thüringen.

Die Folgen spürt sie für den Rest ihres Lebens

Doch die Operationen waren nur der erste Schritt. Denn Laura musste lernen, mit ihrer neuen Haut zu leben. Die Physio- und Ergotherapie dafür begann bereits in der Klinik. Gegen Ende ihres Aufenthalts in der Klinik konnte sie bereits mit Gehhilfen den Gang entlang laufen und einige Treppenstufen gehen. In der Reha konnte sie dann mit Unterstützung selbstständig duschen und ohne Hilfe ein paar Schritte laufen. Peu à peu kämpfte sich die 25-Jährige ins Leben zurück. Ein paar Wochen nach Ende der Reha konnte Laura selbstständig leben und die Medikamente absetzen. Inzwischen geht sie auch wieder in Florenz zur Universität.

Doch die Folgen des Unfalls wird Laura ihr Leben lang spüren. Alle zwei Monate muss sie ihre Haut untersuchen lassen. Direkte Sonne muss sie vermeiden, ihre Hände schützt sie im italienischen Sommer mit Kompressionshandschuhen. Sie macht immer noch viele Übungen, damit sich die Beinmuskeln gut regenerieren. Doch das stört Laura wenig: "Das Leben geht weiter und ich erfreue mich daran."

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