Heimspiel gegen Stuttgart

BVB-Kapitän Marco Reus spricht Klartext

Dortmund - Nach dem Aus in der Champions League kann sich der BVB nun auf den Titelkampf in der Bundesliga konzentrieren. Die Vorgabe für das Spiel gegen Stuttgart am Samstag ist klar umrissen.

Der Kapitän gab die Marschroute vor. Beeindruckt von berührenden und bemerkenswerten Unterstützungs-Bekundungen, die den Spielern nach dem 0:1 gegen Tottenham vor der Südtribüne spürbar Schmerzlinderung verschafften, formulierte Marco Reus diese Sätze: "Wir haben sehr viel Kredit bei den Fans, diese Unterstützung ist der Wahnsinn. Aber irgendwann ist der Kredit auch aufgebraucht. Wir müssen jetzt liefern!"

In einem Moment, in dem die Enttäuschung über das verpasste Viertelfinale in der Champions League noch riesig war, legte Reus nicht zufällig den Finger in die Wunde. Denn für das Lob für eine starke erste Hälfte gegen die Londoner kann sich der BVB erst einmal nichts kaufen. Borussia Dortmund hinkt im Frühjahr 2019 den eigenen Ansprüchen viel zu deutlich hinterher. Schon der Februar war katastrophal, der März verlief bislang noch schlimmer. Pokal und Champions-League verspielte der BVB in diesen beiden Monaten, dazu die sieben Punkte Vorsprung auf Verfolger Bayern.

Zorc erlebt Mannschaft "fokussiert"

Das liest sich nicht nur schlimm, es fühlt sich auch so an. "Wir brauchen den Turnaround", sagt Reus klar und deutlich. Sportdirektor Michael Zorc formulierte am Donnerstag seine Hoffnung, "dass wir die Phase, wo die Ergebnisse nicht so gut aussahen, jetzt hinter uns haben." Nachdem Zorc nach dem Spiel in Augsburg klare Worte gefunden hatte, erlebe er die Mannschaft nun "fokussiert und immer noch positiv."

Mehr Schärfe und Klarheit als bei der Niederlage gegen Augsburg, weniger individuelle Fehler, dazu eine konsequentere Chancenverwertung als in der starken ersten Hälfte gegen Tottenham - das ist der Maßstab, den auch die Spieler an sich selbst anlegen wollen. Selbstkritik war nicht das Problem nach der zweiten Bundesliga-Niederlage vor einer Woche, der erste Teil der Wiedergutmachung glückte dann am Dienstag zumindest teilweise. Ohne, dass der BVB sich belohnte.

Mit Heimsieg die Nerven beruhigen

Was das Spiel gegen Tottenham für den weiteren Verlauf wert sein kann, wird vielleicht schon das Aufeinandertreffen mit dem VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr, live bei Sky) zeigen. Nach nur einem Erfolg aus den letzten acht Pflichtspielen gibt es kein anderes Ziel als einen Heimsieg, möglichst auch noch souverän herausgespielt. Das würde die Nerven beruhigen und das Selbstvertrauen stärken.

Favre wortkarg

Auch wenn Trainer Lucien Favre Fragen nach einer Krise des Noch-Tabellenführers einfach weglächelt und auch vom gestiegenen Druck auf seine Spieler nichts wissen will, so hat der Negativ-Lauf doch auch bei ihm Spuren hinterlassen. Favre ist noch wortkarger als sonst, seine Mitteilungs-Bereitschaft - ohnehin nicht allzu stark ausgeprägt - tendiert derzeit gegen Null. So darf man gespannt sein, welche drei Spieler sich mit grippalen Infekten plagten und wer es dennoch heute auf den Rasen schaffen wird.

Ungewohnte Taktik

Favres mutige Herangehensweise gegen Tottenham, als er personell und taktisch sehr offensiv aufstellte, könnte auch gegen den VfB eine praktikable Variante darstellen. Die Umsetzung der ungewohnten Taktik hatte dem Schweizer "gut gefallen", wie er meinte, was freilich kein Hinweis sein sollte, "dass wir auch am Samstag so spielen werden." Je nach Verlauf der Grippewelle sind Änderungen in der Startelf nur punktuell zu erwarten. Achraf Hakimi könnte nach seiner Denkpause gegen die Spurs in die Startelf zurückrotieren.

Auch der Marokkaner trägt reichlich offensives Blut in sich. Die Zeichen gegen den nach einem klaren 5:1 im Kellerduell gegen Hannover im Aufwind befindlichen VfB stehen auf Sturm.

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