Helferteam sucht noch einen Fahrdienst

Gemeinde bietet Obdachlosen einen Schlafplatz

Oespel - Ab sofort könnten Obdachlose bei Minusgraden im katholischen Gemeindehaus in Oespel übernachten. Ein Freiwilligen-Team steht bereit, sucht aber noch händeringend einen Fahrdienst.

Die katholische Gemeinde "Christus unser Friede" in Oespel ist die erste Gemeinde in Dortmund, die Obdachlose bei Minusgraden in ihrem Gemeindehaus übernachten lässt. Ein Raum im alten Trakt unterhalb der Kirche wurde bereits leer geräumt, ein zehnköpfiges Helferteam steht für die ersten Gäste bereit. Trotz der bitteren Kälte in den vergangenen Tagen blieben die Schlafplätze bislang aber ungenutzt. Der Grund: Der Gemeinde fehlen ein Fahrdienst und ein Kleinbus. "Wir hoffen, dass wir beides schnell finden", sagt Wilhelm Krall, der das Projekt mit Dieter Engelmann und Bernhard Reiberg angestoßen und entwickelt hat. Die Drei arbeiten ehrenamtlich im Gast-Haus an der Rheinischen Straße und wissen um die Nöte der Obdachlosen, wenn sich in den Nächten die eisige Kälte im Körper ausbreitet.

Zum Projektauftakt will die Gemeinde zunächst sechs Wohnungslose pro Nacht aufnehmen. Sie sollen gegen 22 Uhr nach Oespel gebracht und am nächsten Morgen zum Gast-Haus gefahren werden. Dort können sie duschen und frühstücken. Immer zwei Ehrenamtliche werden die Nacht über im Einsatz sein - als Ansprechpartner und zur Versorgung mit Getränken. Werner Lauterborn vom Gast-Haus und Wohnungslosenpfarrer Daniel Schwarzmann freuen sich über die Initiative. "Daran sollten sich andere ein Beispiel nehmen", so Daniel Schwarzmann. Interessierte Obdachlosen können sich für die Übernachtung im Gast-Haus in eine Liste eintragen. "Herumfahren und die Menschen auf der Straße suchen, macht keinen Sinn. Sie steigen nicht ein", weiß Schwarzmann.

Die Aufnahme der Obdachlosen von Dezember bis März soll zu einem festen Gemeinde-Angebot werden. "Wir wollen ihnen die schwere Zeit ein wenig erleichtern", so Dieter Engelmann. Dafür schlage man sich gerne ein bis zwei Nächte pro Monat um die Ohren. Dieter Pahmeier ist für die erste Nachtwache eingeteilt. Er hat 25 Jahre im Rettungsdienst gearbeitet und in Sachen Nachtdienst viel Erfahrung.

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