Feuerwehreinsatz am Gysenbergpark in Herne
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Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an der Eissporthalle am Gysenbergpark im Einsatz.

Chemikalie ist ausgetreten

Gysenbergpark in Herne: Ammoniak ausgetreten - Feuerwehr ist unter Atemschutz im Einsatz

  • Tobias Ertmer
    vonTobias Ertmer
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  • Oliver Prause
    Oliver Prause
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In der Eissporthalle am Gysenbergpark in Herne ist eine Chemikalie ausgetreten. Die amtliche Warnung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz ist mittlerweile aufgehoben.

  • Chemie-Alarm in der Eissporthalle am Gysenbergpark in Herne.
  • Es hat eine amtliche Warnung für die Bevökerung gegeben - diese ist aber wieder aufgehoben.
  • Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort.

Update, 25.8., 12.55 Uhr: Nach wie vor ist die Feuerwehr Herne am Gysenbergpark im Einsatz. Allerdings ist die Situation unter Kontrolle, sodass eine erste Bilanz gezogen werden kann: Nach der Ausströmung von Ammoniakgas am frühen Montagmorgen war die Feuerwehr mit einem ABC-Trupp ausgerückt. Im weiteren Verlauf wurde die Gaswolke mit Wasser niedergeschlagen, alle weiteren Gebäudeteile verschlossen. Wegen der nicht auszuschließenden Gefahr für die Bevölkerung wurde vorsorglich per Warn-App informiert. Zudem wurden benachbarte Gebäude - unter anderem eine Gaststätte - geschlossen. Die Polizei Bochum unterstützte die Kräfte bei der Räumung des angrenzenden Parks. Nach fast 36 Stunden Einsatz mit durchgehend rund 100 Kräften vor Ort steht fest, dass durch die frühzeitige Gefahrenabwehr zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung bestand, so die Feuerwehr Herne auf Facebook.

Am Gysenbergpark wurde die Feuerwehr Herne durch zahlreiche Kräfte aus dem Ruhrgebiet unterstützt.

Das Leck ist mittlerweile verschlossen, derzeit werden von den Einsatzkräften aber noch Ammoniak-Wasser-Gemisch-Lachen mit Nasssaugern aufgenommen, um den Technikraum anschließend dem Betreiber übergeben zu können. Immer noch sind etwa 40 Einsatzkräfte beschäftigt. Die Feuerwehr Herne war mit allen verfügbaren Männern und Frauen vor Ort - das alleine hätte aber nicht ausgereicht: Unterstützung kam von Einheiten der Feuerwehr Dortmund (Messzug und Dekontamination), einem ABC-Zug und einem Messfahrzeug der Feuerwehr Bochum, einem ABC-Zug der Feuerwehr Hagen (ABC-Zug NRW), Messfahrzeugen der Feuerwehr Gelsenkirchen und Gladbeck, dem Umweltamt der Stadt Herne, zwei Fachberatern des Transport- Unfall- Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) und zahlreichen Rettungsdienstkräften. Unter anderem unterstützten die Feuerwehr Gelsenkirchen, die Feuerwehr Mülheim an der Ruhr und die Freiwillige Feuerwehr Oer-Erkenschwick, die Feuerwehr Herne mit Chemikalienschutzkleidung.

Update, 25.8., 9.10 Uhr: Die Gefahr in der Eissporthalle ist unter Kontrolle. Aktuell sind aber immer noch Kräfte vor Ort, die mit der aufwändigen Reinigung beschäftigt sind. Wie die Feuerwehr Herne mitteilt, waren im Durchschnitt rund 100 Einsatzkräfte dauerhaft vor Ort - und das seit Montagmorgen. Bei Wartungsarbeiten der Kühlmittelanlage war Ammoniak ausgetreten, zwei Mitarbeiter der Eissporthalle wurden dabei verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Am Dienstagmorgen entspannte sich die Lage endlich: Das Leck sei inzwischen abgedichtet, der Ort müsse aber noch überwacht werden, hieß es. Ammoniak hat laut Feuerwehr Reiz- und Ätzwirkung. Wird das Gas über längere Zeit eingeatmet, können demnach Schäden an den Atemwegen entstehen.

Herne: Spezielle Schutzkleidung wird benötigt

Da die Einsatzkräfte mit spezieller Schutzkleidung ausgestattet sind, bei der sie auch ein Atemschutzgerät tragen müssen, sei die Einsatzzeit im Gebäude auf etwa 15 Minuten beschränkt, sagte der Sprecher. Momentan sei nicht absehbar, wie lange der Einsatz noch dauere. Eine Ursache für das Leck ist bislang nicht bekannt.

Update, 25.8., 6.15 Uhr: Auch in der Nacht hat der Einsatz der Feuerwehr Herne an der Eissporthalle weiter angedauert: Offenbar ist es extrem aufwändig, die Reste des ausgetretenen Ammoniaks aus den geschlossenen Räumen in der Halle zu entfernen. Dieses Mittel wird als Kühlflüssigkeit eingesetzt. Unterstützt werden die Einsatzkräfte seit dem Montagabend auch von weiteren Kollegen aus Bochum: „Einerseits um eigene Einsatzkräfte die sich schon länger im Einsatz befinden aus dem Einsatz herauszulösen und andererseits um den Nachschub an Chemikalienschutzanzügen sicherzustellen.“ Zudem wurden spezielle Lüfter benötigt. Parallel dazu wurden laufend Messungen durchgeführt. Die amtliche Warnung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz ist in der Nacht aufgehoben worden.

Unsere Berichterstattung vom 24.8., 17.10 Uhr: Der Einsatz am Gysenbergpark in Herne läuft immer noch. Wie Radio Herne berichtet, sind weiterhin Einsatzkräfte vor Ort. Diese nehmen Messungen vor und beobachten die Umgebung. Laut Angaben der Stadt Herne sei noch nicht abzusehen, wann der Einsatz, der seit dem Morgen andauert, abgeschlossen werden kann.

Update, 13.41 Uhr: Das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz hat die Warnmeldung zum Chemie-Unfall in Herne soeben aktualisiert. Demnach könne es im näheren Umkreis des Unfallortes im Gysenbergpark zu Geruchsbelästigungen kommen. Jedoch bestehe keine Gesundheitsgefahr, so das Bundesamt. Wann die Warnung endgültig aufgehoben wird, ist weiterhin unklar.

Auch am Mittag sind am Unfallort in Herne noch 85 Feuerwehrkräfte im Einsatz

Update 12.58 Uhr: Auch am Montagmittag gilt weiterhin die Warnung an die Bevölkerung in der Nähe des Gysenbergparks, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr führt zurzeit Messungen in der Eissporthalle und in der Umgebung durch. Noch sind rund 85 Einsatzkräfte vor Ort. Wann es Entwarnung gibt, ist nach Angaben der Stadt Herne noch offen. Die beiden verletzten Personen werden mittlerweile in einem Krankenhaus behandelt.

Update, 10.06 Uhr: Nach Informationen der Feuerwehr Herne handelt es sich bei der Kühlflüssigkeit um Ammoniak. Es ist offenbar bei Wartungsarbeiten in der Eissporthalle ausgetreten und sehr gefährlich: Die farblose Substanz kann reizt die Augen stark und kann nach EInatmen sogar zu Erstickungen führen.

Kühlflüssigkeit tritt in Eissporthalle in Herne aus: App NINA schlägt Alarm

Erstmeldung, 9.34 Uhr: Alarm am Gysenbergpark in Herne: Nach Angaben der Feuerwehr ist an der dortigen Eissporthalle eine Chemikalie - genauer gesagt Kühlflüssigkeit - ausgetreten. Das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz hat über die App NINA eine amtliche Warnung veröffentlicht. Darin ist von einem sogenannten „Produktaustritt" die Rede.

Chemie-Unfall in Herne: Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

Laut Handlungsempfehlung von NINA sollen die Bürger zurzeit vorsorglich Fenster und Türen schließen sowie Klima- und Lüftungsanlagen abschalten. Außerdem sollten bei Bedarf die Nachbarn über die Situation informiert werden.

Chemie-Unfall in Herne: Zwei Personen verletzt

Ersten Erkenntnissen der Feuerwehr zufolge - die kürzlich auch in der Nachbarstadt Herten zu einem Großeinsatz ausrücken musste - sollen zwei Personen bei dem Chemie-Unfall verletzt worden sein. Zahlreiche Einsatzkräfte seien zur Eissporthalle beordert worden. Sie sind teilweise mit Schutzanzügen bekleidet, um die Halle betreten zu können.

Feuerwehr Herne hat die Lage offenbar unter Kontrolle

Der Austritt der Kühlflüssigkeit soll mittlerweile aber gestoppt worden sein. Das entsprechende Ventil sei bereits wieder geschlossen worden, so die Feuerwehr weiter - die in der letzten Woche auch mit zahlreichen Unwettereinsätzen im Kreis Recklinghausen beschäftigt war.

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