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Ein Streit um die Kutten lösen die folgenschwere Prügelei aus.

Urteil vor dem Bochumer Landgericht

Folgenschwere Prügelei - hohe Haftstrafen für vier Bandidos-Rocker

Eines der Opfer (55) schlug ungebremst mit dem Kopf auf den Boden auf - und ist für immer ein Pflegefall.

Knapp 15 Monate nach einer folgenschweren Prügelei unter Rockern sind am Mittwoch vier Mitglieder des Motorradclubs „Bandidos“ am Bochumer Landgericht zu Haftstrafen bis zu sechs Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Das Quartett war in Herne auf offener Straße über drei Motorradrocker aus Wuppertal hergefallen - eines der Opfer ist für immer ein Pflegefall.

Sechs Jahre und vier Monate für 27-Jährigen 

Die höchste Strafe kassierte ein 27-jähriger Bandidos-Rocker aus Herne. Je nach Anzahl der Vorstrafen und teils laufenden Bewährungen fielen die Haftstrafen gegen das übrige Trio (27, 30 und 32) abgestuft niedriger aus: Sechs Jahre und vier Monate. Sechs Jahre und zwei Monate. Beziehungsweise fünf Jahre und zehn Monates. Alle vier Urteile lauten einheitlich auf schwere und gefährliche Körperverletzung sowie Nötigung.

Richterin Susanne Schön-Winkler hob in der Urteilsbegründung die Wichtigkeit der Geständnisse, insbesondere für die Findung einer Strafe mit Perspektive, hervor. „Angesichts der Schwere der Folgen war die Höchststrafe hier zum Greifen nah“, sagte die Vorsitzende Richterin. Die hätte bei jeweils zehn Jahren Haft gelegen.

Wer setzte den folgenschweren Schlag?

Zwar habe die Kammer bei keinem der vier Angeklagten sicher feststellen können, dass er den folgenschweren Schlag auf den am schwersten verletzten Motorradrocker gesetzt habe. „Sie alle müssen sich aber die erheblichen Folgen für die Opfer entgegenhalten lassen“, hieß es beim Urteil.

Eines der Opfer (55) war damals ungebremst mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen, hatte schwerste Schädelhirnverletzungen erlitten und wird zeitlebens ein Pflegefall bleiben. „Der Mann ist zu einer selbständigen Lebensführung gänzlich außerstande. Er ist in Siechtum verfallen und das ist das Schlimmste, was passieren kann, bevor das Leben erlischt“, sagte Richterin Susanne Schön-Winkler.

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