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Vor dem Landgericht Bochum erging das Urteil gegen einen 20-jährigen Vergewaltiger. 

Urteil vor dem Bochumer Landgericht 

Siebeneinhalb Jahre Jugendhaft für brutalen Übergriff auf Frau aus Herne

Nach Gewaltexzessen des 20-jährigen Täters behalten sich die Richter eine spätere Sicherungsverwahrung vor.

Acht Monate nach einem brutalen Vergewaltigungs-Martyrium in Herne und mehr als zweieinhalb Jahre nach einem Gewaltexzess in Essen ist der 20-jährige Täter am Dienstag am Bochumer Landgericht zu siebeneinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. 

Opfer leidet noch heute an Panikattacken und Schlaflosigkeit

Richterin Isabel Hoffmann verwies in der Urteilsbegründung auf die psychischen Folgen für das Vergewaltigungsopfer. „Von der einst so lebensfrohen Frau ist heute nicht mehr viel übrig“, sagte die Vorsitzende Richterin. Bis heute leide die Frau an Panikattacken, Schlaflosigkeit und traue sich kaum noch in die Öffentlichkeit. Darüber hinaus habe sie gemeinsam mit ihrem Mann eine neue Wohnung beziehen müssen, weil sie in dem Ort des schrecklichen Geschehens nicht mehr weiterleben konnte.

37-Jährige konnte die Augen nicht mehr selbstständig öffnen

Der Angeklagte hatte im Prozess vor der 5. Jugendstrafkammer zugegeben, in der Nacht auf den 5. Mai 2019 nach einer gemeinsamen Taxifahrt eine 37-jährige Frau in ihre Wohnung begleitet, sie dort dann attackiert, zusammengeschlagen, gebissen, vergewaltigt und bestohlen zu haben. Die verheiratete Frau hatte schwerste Verletzungen erlitten. Durch brutale Schläge ins Gesicht waren beide Augen so stark zugeschwollen, dass die 37-Jährige sie nicht mehr selbstständig öffnen konnte. Mindestens eine Narbe von einer Bisswunde werde das Opfer „ein ganzes Leben an dieses Geschehen erinnern“, hieß es. 

"Ich habe den getreten wie einen Fußball"

Miteinbezogen in das Urteil ist noch ein weiteres Gewaltverbrechen. Der Angeklagte hatte auch zugegeben, am 1. Juli 2017 in Essen an einem S-Bahnhof einen Nachtschwärmer brutal zusammengeschlagen und beraubt haben. Einen Tritt mit Anlauf gegen den Kopf des damals schwer verletzten Opfers (zahlreiche Schädel- und Gesichtsbrüche bedurften einer achtstündigen Not-OP) hatte der Angeklagte im Prozess so beschrieben: „Ich habe den getreten wie einen Fußball.“ 

Neben der Jugendhaftstrafe behielten sich die Richter im Urteil die Anordnung von späterer Sicherungsverwahrung gegen den 20-Jährigen vor. Das sei einerseits zwingende Folge des „hohen Rückfallrisikos“ bei dem mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraften Angeklagten. „Es sind zwei Opfer zu viel“, sagte Richterin Isabel Hoffmann. „Es darf niemanden mehr Ähnliches widerfahren.“

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