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Eindrücke von der Herrensitzung.

Herrensitzung in der Westfalenhalle

So war Dortmunds wildeste Karnevalsfeier

DORTMUND - Es ist einer der Feier-Höhepunkte der Dortmunder Karnevalssession: die Herrensitzung des "Närrischen Rats ehemaliger Prinzen und Freunde". Am Sonntag feierten 1400 Männer ausgelassen in der Westfalenhalle 1. Wir zeigen die besten Party-Bilder.

Sonntagmorgen um zehn. Während an Dortmunder Frühstückstischen die Brötchen aufgeschnitten werden und der Kaffee duftet, werden in der großen Westfalenhalle Herrengedecke serviert. Der Närrische Rat hat zur 39. Herrensitzung geladen. Fast 1400 Mannsbilder sind dem Ruf gefolgt…

Gleich die Begrüßung ist deftig: „Lebst du auch noch, du altes A…loch“, intoniert die Hauskapelle des Närrischen Rates um den Ex-„Bierbrummer“ Reinhard Sack. Zur Schunkelmusik betreten die Mitglieder des Rates stilecht im schwarzen Frack mit weißer Weste die Bühne, als Tribut an den Sponsor und die Dortmunder Bierkultur stimmt das männliche Partyvolk auf die Melodie der „Yellow Submarine“ an: „Brinkhoffs Nummer Eins ist unser Bier, Eins ist unser Bier, Eins ist unser Bier…“. Zum Aufwärmritual gehört ebenso die musikalische Hommage an ein gewisses Etablissement in Barcelona, deren Textzeilen dann für mehr Gender-Diversity werben, als es in derlei kraftmeiernden Kreisen sonst üblich ist.

"Bin auch noch nicht angemacht worden"

40 Servicekräfte betreuen die durstige Meute – auch junge Frauen, die als Gäste nicht zugelassen wären. „Ich find’s sehr witzig“, sagt eine 25-jährige Kellnerin, die sich passend zum Anlass ein Spitzenhöschen ins Haar drapiert hat. „Bin auch noch nicht angemacht worden.“ Dennoch gelte die Veranstaltung im Kollegenkreis als einer der „härtesten Termine des Jahres“. Schon wenig später hält man(n) sich nicht mehr mit Gläsern auf, die Kästen werden gleich auf die Tische gestellt. Gordon Puchtinger (39) hat seine „Boomer-Boys“ vom Siedlerverein der kleinen Straße Kirchenbreite in Lindenhorst mitgebracht, alle tragen ein schwarzes Shirt mit dem Aufdruck „Herrensitzung“. „Seit acht Jahren sind wir immer mit 20, 30 Mann dabei“, erzählt er. „Wo kann man schonmal sonntags früh mit so vielen Männern ohne Stress feiern?“

Das werden sich auch Ex-OB Gerhard Langemeyer und Altbürgermeister Adolf Miksch gedacht haben. Sie sitzen ganz vorn… und haben somit besten Blick auf die Darbietung des Tanzcorps Vilkerath, dessen Choreographie zu flotten Rhythmen in seiner Differenziertheit den vorherigen Büttenbeitrag des „Tulpenheinis“ eindeutig toppt. Nicht nur Dortmunder Mannsbilder feiern mit, auch ein Prinzenverein aus Kassel und die Kölner Gäste von der IG „Rechtsrheinischer Frohsinn“ in ihren kuhbefleckten Karnevalsuniformen.

Pfiffe für Eros-Kopie

Für eine so bunte Schar ist die Parodieshow von Mr. Tomm, der mit seiner Stimme Adriano Celentano, Udo Lindenberg und die Blues Brothers täuschend echt imitieren kann, wohl doch zu komplex. Als er Eros Ramazzottis zarten Schmelz mit „Più bella cosa“ parodiert, gibt es erste Pfiffe. Gut, dass die Hauskapelle die Liederordnung schnell wieder gerade rückt: „Guten Morgen, scharfe Säcke, seid ihr auch schon alle da?!“ Da grölen die Herren wieder fröhlich mit.

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