Hersteller von Abfüllanlagen

KHS will 170 Jobs in Dortmund streichen

DORTMUND - KHS zählt mit knapp 1400 Mitarbeitern zu den größten industriellen Arbeitgebern in Dortmund. Doch vielen Beschäftigten droht bald der Verlust ihres Arbeitsplatzes: Das Unternehmen will 170 Stellen in Dortmund streichen. Bei der IG Metall ist man über den Zeitpunkt der Nachricht "entsetzt".

Die KHS GmbH, Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen, plant den Abbau von 170 Arbeitsplätzen in Dortmund. Wie die Industriegewerkschaft (IG) Metall mitteilte, wurden die Mitarbeiter am Montag bei einer Betriebsversammlung darüber informiert. Laut IG Metall sollen in den nächsten zwei Jahren 305 Arbeitsplätze gestrichen werden, 170 am KHS-Stammsitz in Dortmund an der Juchostraße.

Die Beschäftigten hätten die Ankündigung "schockiert" aufgenommen, hieß es von der IG Metall. Zumal die Auftragsbücher "derzeit mehr als voll" seien. Vom Unternehmen gab es am Montag keine Stellungnahme; ein Sprecher verwies an den Mutterkonzern Salzgitter AG. Dessen Pressesprecher war am späten Nachmittag nicht mehr zu erreichen.

KHS gibt Stellenstreichung vor Weihnachten bekannt

Dass KHS den Abbau vieler Arbeitsplätze kurz vor Weihnachten bekannt gibt, stößt bei der IG Metall auf Unverständnis. "Wir waren entsetzt", sagte die zweite Bevollmächtigte Ulrike Kletezka. Vor den Feiertagen die Familien der Mitarbeiter "in Angst und Schrecken zu versetzen, das wäre nicht notwendig gewesen". Denn erst im Januar sollen die Verhandlungen beginnen, in welchen Bereichen Stellen wegfallen. Dann werde auch erst darüber gesprochen, wie der Stellenabbau vonstattengeht. Sprich: Ob es betriebsbedingte Kündigungen gibt.

Betriebsratsvorsitzender Konrad Ackermann forderte in der Betriebsversammlung den Vorstand auf, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Alternativen wären etwa Altersteilzeit oder reduzierte Arbeitszeiten.

An die Mitarbeiter wandte sich bei der Betriebsversammlung Burkhard Becker, Vorsitzender der KHS-Geschäftsführung. Becker ist Vorstandsmitglied bei der Salzgitter AG und übernimmt die Aufgabe bei KHS, da der bisherige Vorstandschef Matthias Niemeyer zum 31. Dezember 2017 aus dem Unternehmen ausscheidet.

Auch vor einigen Jahren strich KHS viele Stellen

Laut IG Metall stimmten zuletzt die Ergebnisse bei KHS nicht. In Dortmund, wo unter anderem Anlagen produziert werden, um Flaschen abzufüllen, zu etikettieren und zu verpacken, arbeiten rund 1400 Beschäftigte.

Auch vor einigen Jahren strich KHS in Dortmund viele Stellen. Der Grund waren damals rote Zahlen, 2011 betrug das Minus im ersten Halbjahr 18 Millionen Euro.

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