Hilfe für junge Leute

Initiative „Joblinge“ sucht neue Mentoren

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Kreis Recklinghausen - Motivator, Inspirator und mittlerweile sogar Freund - die Initiative „Joblinge“ sucht neue Mentoren. Freiwillige, die jungen Leuten bei der Lehrstellensuche Mut machen. So wie Alfred Weiss.

Seine Worte klingen fast schon pathetisch, aber Eren Özdemir trägt sie ganz nüchtern vor: „Alfred Weiss ist mein Lehrer, mein Motivator, mein Inspirator – und mein Freund“, sagt der 23-Jährige. Und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: „Ich bin ohne Großvater aufgewachsen. Auch diese Rolle füllt er aus.“ Dass sich ihr Verhältnis einmal so entwickeln würde, hätte Eren Özdemir auch nicht gedacht. Denn als die beiden Dorstener sich vor knapp vier Jahren kennenlernten, war Alfred Weiss (75) zunächst mal nur eins: sein Mentor bei den „Joblingen“.

Bei der Initiative „Joblinge“ engagieren sich Akteure aus Wirtschaft und Staat sowie Privatpersonen gemeinsam, um jungen Menschen mit schwierigen Startbedingungen echte berufliche Chancen zu eröffnen – und sie nachhaltig in Ausbildung und Gesellschaft zu integrieren. Bundesweit haben die „Joblinge“ 30 Standorte. Im Ruhrgebiet sind sie seit 2013 vertreten, im Kreis Recklinghausen seit 2015.

„Die jungen Leute kommen über das Jobcenter zu uns. Sie stammen fast alle aus Bedarfsgemeinschaften, beziehen also Hartz 4“, erläutert der Regionalleiter der „Joblinge gAG Ruhr“, Raphael Karrasch. Unterstützt, gefördert und qualifiziert werden die 16- bis 25-Jährigen sechs Monate lang vom hauptamtlichen „Joblinge“-Team – aber eben auch von ehrenamtlich tätigen Mentoren wie Alfred Weiss. Von diesen freiwilligen Mutmachern gibt es am Standort Recklinghausen offiziell knapp 90. „Aber davon sind einige inaktiv. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, dass wir neue Leute finden, die sich engagieren“, sagt Karrasch. Mentoren sollten mit beiden Beinen fest im Leben stehen, eigene Berufserfahrungen haben – und als Vorbilder jungen Leuten etwas mit auf den Weg geben können und wollen.

Die Initiative „Joblinge“ will Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen dauerhaft in Ausbildung oder Arbeit bringen. Das sechsmonatige Programm beginnt mit gemeinnütziger Projektarbeit. Danach finden die Teilnehmer in Workshops heraus, wo ihre Stärken liegen, besuchen Unternehmen und absolvieren Praktika in Betrieben. Kontakt: Joblinge gAG Ruhr, Erlbruch 38, 45657 Recklinghausen Tel. 0 23 61 / 40 86 130.

So wie Alfred Weiss. Der 75-Jährige war früher Prokurist bei der Wirtschaftsförderung in Dorsten GmbH (WINDOR) und spielte eine große Rolle bei der Entwicklung des Industrieparks Dorsten/Marl. Er gehörte in Recklinghausen zu den ersten Mentoren und hat bisher sieben, acht „Joblinge“ betreut: „Aber mit Eren ist das schon etwas Besonderes“, sagt der Rentner.

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