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Benjamin Stambouli (r.) bemüht sich vor dem Derby um Zuversicht.

Hilft "Video-Doping"?

Stevens zeigt Schalke-Spielern Ausschnitte vom 4:4 im Vorjahr

Gelsenkirchen - Der Start in die Derby-Woche begann für die Spieler des FC Schalke 04 mit "Video-Doping". Vor der Trainingseinheit am Vormittag zeigte Schalke-Trainer Huub Stevens seiner Mannschaft ausgewählte Sequenzen vom letzten Derby, jenem legendären 4:4 in Dortmund am 25. November 2017, als Schalke einen 0:4-Rückstand aufholte.

Torschütze zum 4:4 war damals Naldo, ein Spieler, den Schalke aufgrund seiner Führungsqualitäten aktuell sehr gut gebrauchen könnte. Doch der Brasilianer verschwand in der Winterpause der Saison 2018/2019 in Richtung Monaco, frustriert ob seines Bankdrückerdasein. Mittlerweile tat er kund, dass Schalkes Entwicklung mit der beim Hamburger SV zu vergleichen sei. Wo die endete, weiß jeder Fußball-Fan: In der 2. Liga.

Doch soweit soll es nicht kommen. Benjamin Stambouli räumte am Dienstag zwar ein, dass er die Fans verstehen könne, die Angst um Schalke haben. Aber gleichzeitig betonte der Vize-Kapitän jedoch auch: „Wir wissen, was ein Derby bedeutet. Wir müssen mit Herz spielen, dann haben wir auch gegen Dortmund eine Chance. Ein Sieg wäre ein gutes Geschenk für unsere Fans. Es ist schwer zu glauben, aber wir werden da sein“.

Ein Derby ist für Stambouli schon zwei Wochen vor Spielbeginn im Kopf. Die Vorbereitung sei anders auf solch ein Spiel, jeder Tag speziell, je näher es zum Anpfiff gehe. „Wenn dann Montag ist, weißt du schon, dass am Samstag Krieg ist. Es kann ein unglaublicher Moment werden“, so der 28-Jährige.

Nachdem Stambouli seine Kapitänsbinde nach dem 0:4 gegen Düsseldorf auf Aufforderung der Schalker Ultras abgeben musste, hat es ein Gespräch zwischen dem Spieler und Mitgliedern dieser Fangruppierung gegeben. Die Kapitänsbinde aus dieser Begegnung hat Stambouli zwar nicht zurückbekommen, aber das Gespräch sei dennoch fruchtbar gewesen. Stambouli: „Ich weiß, was die Fans teilweise auf sich nehmen, um uns Spieltag für Spieltag zu unterstützen“.

Auf Schalke läuft die Trainingswoche ansonsten in gewöhnlichen Bahnen. Am Mittwoch wird einmal trainiert, am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit, am Freitag beim Abschlusstraining sind dann wieder Zuschauer zugelassen, wie immer vor einem Derby.

Nur 5 Siege in 23 Spielen

Waren es in den vergangenen Jahren mehrere hundert Zuschauer, die die Mannschaft verbal und mental auf das „Spiel der Spiele“ einstimmten, ist damit diesmal nicht zu rechnen. Trotz Osterferien und herrlichem Wetter hielt sich das Interesse für Schalker Verhältnisse bereits am Dienstag in Grenzen. Zu groß ist die Enttäuschung über den bisherigen Saisonverlauf, und zu sehr drückt die Angst, in Dortmund eine Klatsche zu bekommen, auf das Gemüt der Fans.

Kein Wunder, denn von den 23 Bundesligapartien im zurückliegenden halben Jahr gewann Schalke lediglich fünf. Der Trainerwechsel von Domenico Tedesco zu Huub Stevens brachte ergebnistechnisch keine Verbesserung. Stevens hat schon viel ausprobiert. Nationalspieler (wie Sebastian Rudy oder Nabil Bentaleb auf die Ersatzbank verbannt oder sogar aus dem Kader gestrichen), jungen Spielern zu Bundesligadebüts verholfen (wie Nassim Boujellab oder zuletzt gegen Hoffenheim Jonas Carls).

Gebracht hat das wenig bis nichts. Auch deshalb sind die Bedenken in den eigenen Reihen groß, dass Schalke in Dortmund am Samstag die nächste Enttäuschung kassiert. Trotz Video-Sequenzen vom 4:4.

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