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Die graue Fassade der Bundesbank-Filiale am Hiltropwall fällt im Vorbeifahren vielleicht nicht so ins Auge. Das zu Beginn der 50er-Jahre errichtete Gebäude besticht aber durch seine moderne Architektur im Stil der Neuen Sachlichkeit. Das Monumentale wird durch das schmale Vordach gezähmt. 2019 zieht die Bundesbank um und verlässt damit eines der schönsten Gebäude der City.

Hiltropwall

Was passiert mit dem alten Bundesbank-Gebäude?

DORTMUND - Wenn die Bundesbank 2019 in den neuen Geldspeicher an der B1 zieht, wird das bisherige Bundesbank-Gebäude am Hiltropwall nicht mehr gebraucht. Was dann mit dem architektonisch bedeutenden Gebäude passiert, ist noch unklar. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

2019 zieht die Bundesbank mit ihrer Dortmunder Filiale in den neuen Geldspeicher für das Ruhrgebiet und das Rheinland an der B1. Das jetzige Gebäude am Hiltropwall, wird dann so nicht mehr gebraucht. Aber was passiert dann mit dem Gebäude?

„Wenn die Bundesbank ein Gebäude aufgibt, dann wird es nicht vermietet, sondern verkauft“, sagt Uwe Deichert, Sprecher der Bundesbank-Hauptverwaltung NRW in Düsseldorf. Genutzt werden könnte das Gebäude aus dem Jahr 1954 unterschiedlich. Wegen der riesigen Tresorflächen im Keller des Gebäudes würde sich eine branchennahe Weiternutzung als Bank anbieten. Aber auch als Hotel würde sich das Haus sicher gut machen.

Kein Denkmal, aber denkmalwürdig

Unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht. Für den Architekten Peter Kroos, der das Gebäude vor gut zehn Jahren für das Amt für Denkmalpflege untersucht hat, ist das unverständlich. „Das Gebäude besticht durch seine sachliche, noble Eleganz“, sagt er. „Es hat in über 60 Jahren nichts von seiner großartigen Wirkung verloren."

Gebaut wurde es in den 50er-Jahren von dem renommierten Architekten Wilhelm Kreis. In Dortmund hatte er schon das 1912 errichtete heutige Karstadt-Haus an der Hansastraße geplant. Während des Nationalsozialismus hat sich der Architekt vom Regime vereinnahmen lassen, wurde aber als "dienender Techniker“ von politischer Schuld freigesprochen. Das 1954 fertiggestellte Gebäude am Hiltropwall wurde Kreis' Vermächtnis, 1955 starb er.

Hier liegt das Bundesbank-Gebäude (blaue Fläche):

Bei Kriegsende 1945 war das alte Reichsbankgebäude zu 85 Prozent zerstört. Von der ältesten Reichsbankfiliale des Ruhrgebiets waren nur die Keller und die Tresoranlagen mit einem darüber befindlichen Gebäuderest erhalten geblieben. Behelfsmäßig wurde darin der Betrieb fortgeführt. Unter anderem wurden in diesem Provisorium 1948 sogar die umfangreichen Aufgaben im Zusammenhang mit der Währungsreform erledigt.

Es dauerte dann nicht lange, bis für das aus Ruinen aufsteigende Wirtschaftswunder-Dortmund der Neubau eines repräsentativen Bankgebäudes beschlossen wurde. Es sollte auf dem bisherigen Grundstück entstehen. Einige kleinere Flächen wurden hinzugekauft, sodass das Bankgrundstück schließlich die gesamte Fläche zwischen Hiltropwall, Johannesstraße, Poststraße und Luisenstraße umfasste.

Fortuna im Geldspeicher?

Heute ist die Geldbearbeitung und -überprüfung nahezu vollständig automatisiert. Täglich werden in Dortmund dabei vier bis fünf Falschnoten aus dem Verkehr gezogen. 75 Angestellte gibt es aktuell für die Geldannahme, das Verbuchen, das Bestücken der Geldbearbeitungssysteme und das Verpacken. Bis in die 80er-Jahre waren rund 50 Mitarbeiter allein mit dem Geldzählen beschäftigt. Zwölf Wohnungen standen für Mitarbeiter und die Direktoren im Haus zur Verfügung. Einige Pensionäre wohnen darin heute noch. Wie lange sie bleiben dürfen, ist offen. „Neuvermietungen gibt es bis 2019 nicht mehr“, sagt Filialleiter Horst Schlote.

Neben der Zukunft des Gebäudes am Hiltroppwall ist auch offen, was mit der Fortuna passieren wird. Die von Gerhard Marcks geschaffenen Bronzefigur vor dem Haupteingang steht seit 1954 auf einem zwei Meter hohen Granitsockel. Eine Animation des geplanten Geldspeichers an der B1 zeigt die Statue jedenfalls im Foyer des neuen Hochsicherheitsgebäudes.

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