Historische Quellensammlung

Westfälisches Wirtschaftsarchiv will Geschichte für Schüler greifbar machen

Das Westfälische Wirtschaftsarchiv veröffentlicht den zweiten Band "Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Quellen", der helfen soll, junge Menschen für die lokale Wirtschaft zu begeistern.

Das Westfälische Wirtschaftsarchiv (WWA) dokumentiert und bewahrt seit 1941 nahezu alles, was in der Region mit Wirtschaft zu tun hat. Damit soll es unter anderem helfen, junge Menschen - insbesondere Schülerinnen und Schüler - für Wirtschaft und Wirtschaftsgeschichte zu begeistern.

Dr. Karl-Peter Ellerbrock, Direktor der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv bemängelt das politische und wirtschaftliche Interesse der jungen Generation und hofft, dass das WWA gegensteuern kann.

Begleitung bei Schüler-Facharbeiten

Anhand von Besuchen im WWA und der Arbeit mit Originalquellen soll Lernen abseits von staubigen Schulbüchern ermöglicht werden. Das Angebot des WWA wird jährlich von etwa 500 Schülerinnen und Schülern genutzt. Neben den drei Bildungspartnerschaften, die das WWA mit drei Dortmunder Gymnasien hat, soll die Schriftreihe "Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Quellen" von Lehrerinnen und Lehrern als unterrichtsbegleitendes Lernmaterial genutzt werden.

Außerdem begleitet das WWA Schüler und Schülerinnen bei ihrer Facharbeit und unterstützt sie mit Originalquellen. Bei in Dortmund verwurzelten Schülern und Schülerinnen könne es beispielsweise vorkommen, dass der Name des Opas in einer Beschäftigtenliste einer Zeche auftaucht.

Vergangenheit beeinflusst die Gegenwart

Martin Eul, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Volksbank, weiß um die Bedeutung von Geschichtskenntnissen. "Das Wissen um gemeinsame Traditionen und die Anfänge beispielsweise der Handelskammern erklärt die Gegenwart und schafft besonders in Zeiten des globalen Handels Vertrauen und Identität."

Das WWA ergänzt den Geschichtsunterricht insbesondere bei den Themen Industrialisierung und Strukturwandel. Auch ein Quellenband zur Rolle der Wirtschaft im Nationalsozialismus ist in Arbeit.

Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung betont besonders die Wichtigkeit grundlegenden Wirtschaftswissens für den Einstieg ins Berufsleben.

Außerdem lobt er, dass durch die Zusammenarbeit des WWA mit den Schulen "ökonomische Bildung im Schulalltag verankert" wird. Das könnte auch die Grundlage für eine Einführung des Schulfaches Politik & Wirtschaft bilden.

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