Hochwasser

Eine Karte zeigt bald, welche Gebiete in Dortmund bei Starkregen besonders gefährdet sind

Der Klimawandel bringt mehr Starkregenereignisse, und eine Stadt Dortmund muss darauf vorbereitet sein. Deshalb gibt es bald eine Karte, die zeigt, welche Gebiete besonders gefährdet sind.

"Der Schutz vor Starkregen ist eine gemeinschaftliche Aufgabe", sagt Dr. Christian Falk, Technischer Leiter des städtischen Eigenbetriebs Stadtentwässerung. Die Karte ist entwickelt worden, um die Sensibilität für das Thema zu erhöhen.

"Die Botschaft lautet nicht: Dortmund säuft ab. Es geht darum, dass möglichst wenig passiert, wenn es zu solchen Ereignissen kommt, die nur schwer vorhersagbar sind", sagt Mario Niggemann, Kaufmännischer Leiter der Stadtentwässerung. Gemeinsam mit privaten Eigentümern soll in den nächsten Jahren diesem Phänomen des Klimawandels begegnet werden.

Überschwemmungen sind vielen Dortmundern noch im Bewusstsein

Überschwemmungen sind in Dortmund kein theoretisches Konstrukt, sie sind lebendige Erinnerung. "Die Bilder von 2008 sind vielen noch im Bewusstsein, auch, wenn dieses Jahrtausendereignis nicht der Maßstab für die Karte ist", sagt Christian Falk.

Vor elf Jahren sorgte die drittgrößte je in Deutschland gemessene Regenmenge für starke Schäden und traumatische Erlebnisse bei vielen Menschen im Dortmunder Westen.

Doch auch in den Jahren danach gab es immer wieder Regenereignisse, die für Probleme sorgten, zuletzt 2014 im Stadtteil Marten. Die Starkregengefahrenkarte unterlegt ein Modell der Dortmunder Flächen mit Farben. Diese stehen für den errechneten Wasserstand nach Starkregenereignissen. Ab einem halben Meter kann es gefährlich werden für Keller, Zimmer und alles, was unterhalb des Straßenniveaus liegt.

Zwei Beispiele aus Aplerbeck und Jungferntal

Auf zwei Ausschnitten aus der Karte an der Wand der neuen Stadtentwässerungszentrale am Sunderweg ist zu sehen, was das bedeutet. In Aplerbeck und in Jungferntal gibt es zwei dunkelblau unterlegte Zonen, was bedeutet: hohe Überschwemmungsgefahr. Hieran zeigt sich aber zugleich, was die Karte nicht liefern kann: eine schnelle Aussage darüber, was im Fall der Fälle wirklich passieren würde.

Denn im Einzelfall hänge die Gefährdung stark von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab, sagen die Experten der Stadtentwässerung. Im Jungferntal-Beispiel ist das Problem kleiner, weil sich neben der besonders wasserreichen Fläche landwirtschaftliches Gebiet und Grünflächen befinden.

Der Aplerbecker Fall liegt anders. Hier flössen große Wassermengen durch Straßen, die mit Einfamilienhäusern bebaut sind. Es müssten mit den Eigentümern bauliche Lösungen gefunden werden, um das Risiko von Überschwemmungen zu minimieren.

Jeder könne durch Starkregen betroffen sein, betonen die Leiter der Stadtentwässerung. Gebäude in Hanglage oder in Senken sind einer höheren Gefährdung ausgesetzt, da Wasser dort entlang fließt oder sich sammelt.

Besonderer Blick auf Gebiete mit sensibler Infrastruktur

Durch die Karte kann künftig der Blick auf Gebiete geschärft werden, in denen es sensible Infrastruktur wie Umspannwerke oder Seniorenheime gibt. Mittelfristig sollen Prioritäten festgelegt werden, nach denen Bereiche in Dortmund bearbeitet werden. Auch, wer außerhalb einer gefährdeten Zone wohnt, sei nicht zu 100 Prozent sicher vor Hochwasser, sagt Christian Falk: "Es ist ein Modell."

Starkregenereignisse sind oft räumlich begrenzt und schwer vorhersagbar. Das habe der Sommer 2018 gezeigt. Dieser war von einer langen Hitzeperiode gepägt. Dennoch trafen hohe Niederschlagsmengen in kurzer Zeit Wuppertal und Hamburg.

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