Höhepunkt des Dortmunder Karnevals

120.000 Jecken feiern stürmischen Rosenmontagszug in Dortmund

Beim Dortmunder Rosenmontagszug haben rund 120.000 Menschen Karneval gefeiert. Das bleibt von einem stürmischen Nachmittag auf Dortmunds Straßen.

Ein zufriedener Veranstalter, eine positive Bilanz der Ordnungskräfte und Tausende zufriedener Gesichter bei den Besuchern - es ist ein guter Rosenmontag in Dortmund.

Maik Maevus vom Dortmunder Festausschuss, der den Zug organisiert, ist deshalb froh, am Montagmorgen in Absprache mit allen Beteiligten die Entscheidung getroffen zu haben, den Zug stattfinden zu lassen. Wegen einer Sturmwarnung, die bis 14 Uhr galt, stand das zwischendurch auf der Kippe.

Die Verlegung um eine Stunde rettet den Rosenmontagszug

"Dadurch, dass wir eine Stunde später angefangen haben, hat das Wetter gepasst", sagt Maik Maevus. Als der Zug um 15 Uhr von der Eberstraße startet, bejubeln die Karnevalisten die Sonne, die kurz hinter den Wolken hervorlugt.

23 Wagen und 22 Fußgruppen machen sich auf den Weg. Begleitet werden sie von 400 Ordnern und Streckenposten. Zahlen, die allein schon zeigen, dass Karneval in Dortmund zwar nicht mit rheinländischem Frohsinn konkurrieren kann, aber doch eine Massenveranstaltung ist.

Diejenigen, die hier dabei sind, machen es mit Herzblut. Der Rosenmontagszug ist für sie das pure Vergnügen. Aber er ist auch harte Arbeit, wie auf dem Prinzenwagen schnell deutlich wird.

Prinz Thomas I. erfüllt sich mit seiner Fahrt im prächtigen Wagen am Ende des Zuges einen Traum. "Ich stand mit elf Jahren mit meinem Vater zum ersten Mal auf diesem Wagen. Seitdem bin ich infiziert", sagt er und lässt Schokoriegel regnen.

Die Stimme des Karnevalsprinzen wird arg beansprucht

Er hat sichtlich Freude an seiner Regentschaft, auch wenn die vergangenen Tage der Karnevalssession ihren Preis fordern. Die Stimme bricht unter Hunderten Helaus, aber die Euphorie trägt ihn bis zum Schluss des Zuges.

Einmal müssen er und seine Prinzessin Angelika II. noch antreten, bei der Bachhus-Beerdigung am Aschermittwoch im Goldsaal der Westfalenhalle. In zwei Wochen beginnt der Festausschuss dann mit der Vorbereitung der nächsten Session.

Die Stimmung entlang der Strecke ist friedlich. Negativ fallen einige Erwachsene auf, die den Konkurrenzkampf um Süßigkeiten etwas übertreiben. Und es dürften durchaus mehr Menschen verkleidet sein.

Kurz nach Ende des Zuges gibt es eine Schrecksekunde, als die Polizei Dortmund gegen 17.30 Uhr meldet, dass ein neunjähriger Junge vermisst wird. Eine Stunde später taucht er wohlbehalten wieder auf. Er hatte seine Mutter im Getümmel an der Bornstraße verloren.

Das bleibt vom Karneval in Dortmund

Was ist Karneval in Dortmund? Ganz sicher ein spezielles Ereignis. Es gibt Menschen in sozialen Netzwerken, die negativ über das Publikum urteilen und erzählen, dass es doch früher viel voller und viel schöner gewesen sei. Und überhaupt, damals gab es noch Fußbälle, heute nur noch billige Kamelle.

Viel mehr Freude bereitet es aber, diesen Nachmittag als das zu sehen, was er ist: eine sehr ehrliche Veranstaltung, bei der Dortmund zusammenkommt. Bei der Kinder schöne Momente erleben. Bei der Familien in der Nordstadt in den Fenstern sitzen und den Karnevalswagen fröhlich zuwinken.

Und der Rosenmontagszug ist eine Veranstaltung, bei der mit großer Selbstverständlichkeit Menschen aus vielen Kulturen eine der deutschesten Traditionen überhaupt feiern. Das fordern viele. Hier passiert es.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Zugverbindung Berlin - Recklinghausen kommt ab Montag - es gibt nur einen Haken
Zugverbindung Berlin - Recklinghausen kommt ab Montag - es gibt nur einen Haken
Heftiger Wetterumschwung zieht heran: Sturm, Schnee und spiegelglatte Straßen drohen
Heftiger Wetterumschwung zieht heran: Sturm, Schnee und spiegelglatte Straßen drohen
Neue Blitzersäule am Autobahnzubringer: Entscheidendes Detail fehlt aber noch 
Neue Blitzersäule am Autobahnzubringer: Entscheidendes Detail fehlt aber noch 
Hertener Stadtstreicher sitzt jetzt hinter Gittern - aber nicht wegen der grünen Flüssigkeit
Hertener Stadtstreicher sitzt jetzt hinter Gittern - aber nicht wegen der grünen Flüssigkeit
Männer mit Schusswaffe wollten offenbar Netto-Filiale überfallen - doch sie kamen zu spät
Männer mit Schusswaffe wollten offenbar Netto-Filiale überfallen - doch sie kamen zu spät

Kommentare