Hohe Kosten

Verwaltung weit entfernt vom papierlosen Büro

Düsseldorf (dpa/lnw) - Der "Papierkrieg" in der NRW-Landesverwaltung kostet die Steuerzahler mindestens 3,8 Millionen Euro jährlich. Die digitale Verwaltung ohne Papierschlangen ist noch nicht in Sicht.

Der Weg zum papierlosen Büro ist für die Landesverwaltung in Nordrhein-Westfalen derzeit noch gepflastert mit mindestens 946 Millionen Blatt Papier. Soviel hat nämlich die Oberfinanzdirektion (OFD) für 2018/19 für diverse Dienststellen zentral eingekauft. Kostenpunkt: 3,8 Millionen Euro. Das teilte das NRW-Finanzministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU und FDP das Ziel vorgegeben, die gesamte Landesverwaltung bis 2025 vollständig zu digitalisieren.

Vorerst hat die Regierung aber erst kleine Etappensiegen vorzuweisen. Der zentrale Einkauf habe immerhin dazu geführt, "dass die Zahl der beschafften Papiersorten von 197 auf 110 reduziert werden konnte", stellte das Finanzministerium fest. Der Weg von über 500 Behörden und rund 120 000 Beschäftigten mit PC-Arbeitsplatz zum papierlosen Büro sei "für die öffentliche Verwaltung ein beispielloser Transformationsprozess".

Für 2014/15 waren von der OFD noch 970 Millionen Blatt Papier für 3,9 Millionen Euro eingekauft worden. Danach sanken die Zahlen, stiegen aber seit 2017/18 wieder an. Da immer mehr Dienststellen Zugang zum zentralen Einkauf bekommen hätten, seien die Jahresbilanzen aber schwer zu vergleichen, erläuterte das Ministerium.

Der Stadtstaat Hamburg kommt nach eigenen Angaben schneller voran. Laut einer kürzlich veröffentlichten Antwort des Senats konnte die Hamburger Verwaltung ihren Papierverbrauch von 2015 bis 2017 auf gut 217 Millionen Blatt mehr als halbieren.

Koalitionsvertrag S.32

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