Homophobe Aussage

Fußball-Trainer beleidigt neunjährigen Sternsinger

DORSTEN - Ein Trainer macht einen seiner Schützlinge vor versammelter Truppe mit üblen Worten nieder, dabei sind die Gemeinden für jeden Sternsinger dankbar. Wie in vielen Städten geht die Zahl der Sternsinger auch in Dorsten seit Jahren zurück. Vielerorts konnten deshalb am Wochenende nicht alle Türen angelaufen werden.

Ein Trainer eines Dorstener Sportvereins hat offenbar wenig Verständnis dafür, dass sich sein Schützling als Sternsinger engagiert und dafür eine Sportveranstaltung sausen lässt. Wie der Vater des Kindes berichtet, habe der Trainer den Neunjährigen vor allen anderen Kindern gefragt, ob er schwul sei, weil er bei den Sternsingern mitgehe.

„Ich war sehr erbost, als ich davon erfahren habe und hatte auch überlegt, mich an den Jugendvorstand des Vereins zu wenden“, so der Vater. Er habe dann aber den Trainer selbst angeschrieben, der habe den Vorfall eingeräumt und sich umgehend entschuldigt. „Mir geht‘s auch nicht darum, irgendwen an den Pranger zu stellen“, sagte der Vater. „Mich ärgert aber, dass Kinder, die sich sozial engagieren möchten, derart verspottet werden.“

"Ich war sprachlos"

Auch die für die Sternsinger-Gruppe des Jungen zuständige Pfarreimitarbeiterin war entsetzt, als sie davon erfuhr: „Ich war sprachlos, das ist nicht nur eine Beleidigung gegen den Jungen, sondern eine homophobe Aussage.“ In diesem Ausmaß sei ihr kein ähnlicher Fall bekannt. „Aber wir hatten auch im letzten Jahr Probleme, weil am Sternsinger-Wochenende ein Turnier war und den Kindern vonseiten ihres Vereins nahegelegt wurde, lieber zum Sport zu gehen.“

Die Stadt äußerte sich nicht zu dem Vorfall. Man sehe „beim besten Willen keine Zuständigkeit von irgendjemandem in der Stadtverwaltung, in einer solchen Auseinandersetzung eine Position zu beziehen“, teilte die Pressestelle mit.

Rubriklistenbild: © Foto: Christian Stein

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