Hotel-Investor gegen Signal Iduna

Erster Zeuge weist Vorwurf der Rufmordkampagne zurück

Dortmund - Nach der ersten Zeugenvernehmung im Schadensersatzprozess des Immobilienunternehmers Anno August Jagdfeld gegen die Signal-Iduna-Versicherung haben am Dienstag beide Seiten ein zufriedenes Fazit gezogen.

Während die Anwälte der Jagdfeld-Seite im Schadensersatzprozess gegen die Signal-Iduna-Versicherung weiterhin fest davon überzeugt sind, einen geheimen Plan für eine gezielte Rufmordkampagne gegen ihren Mandanten beweisen zu können, erklärte Prof. Lutz Aderhold, der die Signal Iduna vertritt: "Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass die Klage völlig haltlos ist. Einen solchen Plan hat es nie gegeben."

Jagdfeld war 2009 öffentlich in die Kritik geraten, nachdem ein von ihm für den Wiederaufbau des Berliner Hotels Adlon aufgelegter geschlossener Fonds nicht die in Aussicht gestellten Renditen abgeworfen hatte. Damals hatte sich eine Anleger-Schutzgemeinschaft gegründet, der schließlich auch die Signal Iduna beigetreten war. Der Versicherungskonzern hatte sich mit fünf Millionen Euro an dem Fonds beteiligt.

Fraglich ist nun, ob sich die Signal Iduna die heftige Kritik zurechnen lassen muss, die ein Sprecher der Anleger-Schutzgemeinschaft an Jagdfeld übte. Man müsse den Fonds-Initiator "entsorgen", hieß es damals unter anderem. Als ersten Zeugen befragte das Dortmunder Landgericht am Dienstag den inzwischen pensionierten Leiter des Bereichs Finanzen und Beteiligung bei der Versicherung.

Der sagte auf die Frage, ob es einen Plan gegeben habe, Jagdfeld öffentlich fertig zu machen, um ihn loszuwerden, klipp und klar: "Diese Behauptung ist außerhalb jeder Realität." Der 63-Jährige räumte zwar ein, dass die damals öffentlich verbreitete Kritik an Anno August Jagdfeld sehr drastisch formuliert gewesen sei. "Das wäre sicherlich nicht meine Wortwahl gewesen", sagte der Zeuge. Aber: "Wir hatten den Sprecher der Schutzgemeinschaft nie instruiert, sich auf diese Weise zu äußern."

Weitere Mitarbeiter und Vorstände als Zeugen

Das Landgericht wird nun in den kommenden Tagen und Wochen weitere Mitarbeiter und Vorstände des Versicherungskonzerns als Zeugen hören. Alle werden sich die Frage stellen lassen müssen, ob es Pläne für eine Rufmordkampagne gegeben hat.

Gelingt der Jagdfeld-Seite am Ende der Beweis, könnte das Gericht dem Immobilienunternehmer tatsächlich dem Grunde nach Schadenersatz zusprechen. Über die Höhe müsste dann im Anschluss verhandelt werden. Jagdfeld beziffert den Schaden aktuell selbst auf eine Milliarde Euro.

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