Hürden für Hilfsbereitschaft

Todkranker Milo (8) darf maximal 3000 Euro Spenden bekommen

WICKEDE - Hilfsbereitschaft für den todkranken Milo (8) ist riesig. Doch so einfach ist es nicht, für den Jungen zu spenden, der an einer extrem seltenen Erbkrankheit leidet. Verantwortlich dafür sind die finanziellen Verhältnisse, unter denen Milo und seine Mutter leben.

Viele Leser, die den Artikel unserer Redaktion vom traurigen Schicksal des kleinen Milo erfahren haben, dessen junges Leben von der extrem seltenen Erbkrankheit SIOD bedroht ist, meldeten sich in der Redaktion und möchten ihre Hilfe anbieten.

Es geht dabei nicht nur um Geldspenden, die Mutter Magdalena Kontny und ihrem Sohn zufließen sollen, sondern auch um praktische Hilfe, wie den Transport zu Ärzten und in Kliniken oder um den Tipp für eine weitere Spezialklinik, die vielleicht für Milo in Frage käme. Auch meldeten sich Leser, die dem Kind, das Sonntag neun Jahre alt wird, Sachspenden zur Verfügung stellen wollen.

Weil Milo und Mutter von Hartz-IV leben, gibt es Spenden-Auflagen

Magdalena Kontny ist tief gerührt. Bereits Ende November, als sie die Facebook-Seite "milomyhero" online stellte, hatten viele Follower angefragt, ob sie für den todkranke Jungen spenden könnten. Aber die Umsetzung der Hilfe ist an bestimmte Auflagen gebunden. Das liegt daran, dass Mutter und Kind von Hartz-IV leben und dem Geld aus der Pflegeversicherung für das schwerkranke Kind.

Nur eine karitative Einrichtung könnte für den Jungen ein Spendenkonto einrichten. Bisher gibt es ein solches Konto nicht. Weil die Mutter Bezieherin öffentlicher Gelder ist, darf sie zwar Sachspenden entgegennehmen, doch nur einmalig einen gesammelten Betrag, der 3000 Euro nicht überschreiten darf.

Milos Mutter muss Job-Center genaue Angaben machen

Regelmäßig gesammelt werden darf für Milo also nicht; nur ein einmalig überreichter Geldbetrag ist möglich. Dieser könnte sich auch aus mehreren Einzelspenden zusammensetzen. Milos Mutter muss dem Job-Center gegenüber genaue Angaben über Geldspenden machen .

Sprecherin Vitalia Seidel sagt, bei Spenden über die 3000 Euro hinaus werde vom Job-Center geprüft, ob weitere Spenden auf die Hartz-IV-Bezüge angerechnet werden müssten. Wichtig sei, so Seidel, dass diese Spenden möglichst zweckgebunden seien. Damit könnten zum Beispiel medizinische Behandlungen finanziert werden, die nicht durch die gesetzlichen Kassen gedeckt sind.

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