IHK-Konjunkturumfrage

Regionale Wirtschaft ist verunsichert

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KREIS RE - Nach neun Jahren des ungebremsten Aufschwungs wird sich das Wachstum deutlich verlangsamen, glaubt die IHK. Sorgen bereitet vor allem der Brexit.

Die Wirtschaft im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region kennt seit neun Jahren nur den ungebremsten Aufschwung. Jetzt wird sich das Wachstum zumindest deutlich verlangsamen. Das ist jedenfalls die Überzeugung von Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen (IHK) in Münster.

Die IHK stellte gestern in Münster die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage vor. Unter dem Strich kommt die auch für den Kreis Recklinghausen zuständige Kammer zu dem Schluss, dass sich die Wirtschaft im Regierungsbezirk insgesamt in guter Verfassung befindet, sich allerdings auch stark verunsichert zeigt. Vor allem die exportorientierte Industrie, zu der auch die Chemiewirtschaft zählt, bereite Sorgen. Das liegt nach Einschätzung der IHK unter anderem an der Handelspolitik von US-Präsident Trump, vor allem aber am Brexit. „Großbritannien ist einer der wichtigsten Handelspartner“, betont Jaeckel. Rund 500 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk exportieren jährlich Waren für etwa 1,6 Milliarden Euro über den Ärmelkanal. Das sind fast zehn Prozent des gesamten Auslandsumsatzes.

„Das Auftragspolster aus dem vergangenen Jahr könnte bei vielen Industriebetrieben in den nächsten Monaten noch für eine gute Auslastung sorgen“, vermutet Jaeckel. „Doch die Verunsicherung darüber, wie sich die Konjunktur in den nächsten Monaten entwickelt, nimmt insgesamt deutlich zu.“ Allerdings hält Jaeckel nicht viel davon, „sich die wirtschaftliche Lage selbst schlecht zu reden.“ Wenn sich das Konjunkturklima abkühle, müsse das kein Anfang vom Ende sein.

Noch ist die Wirtschaft im IHK-Bezirk positiv gestimmt: Mehr als jedes zweite befragte Unternehmen (52,4 Prozent) bewertet seine Geschäftslage mit gut, nur 4,3 Prozent sehen sie als schlecht an. Auch die Optimisten, die von einer Verbesserung ihrer Situation ausgehen (20,2 Prozent), dominieren immer noch die Pessimisten, die eine schlechtere Entwicklung erwarten.

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