Ikea-Diebe müssen ins Gefängnis

Männer ließen in Dortmund Möbel im Kinderwagen mitgehen

Dortmund - Sie kamen mit einem Kinderwagen, aber ohne Kind: Nach einer Diebstahlserie bei Ikea in Dortmund sind fünf Mitglieder einer Gelsenkirchener Großfamilie am Dienstag zu Bewährungs- und Haftstrafen von bis zu viereinhalb Jahren verurteilt worden. Die Männer hatten schon vorher einiges auf dem Kerbholz.

Der Vater, drei Söhne und ein Schwiegersohn: Das "Unternehmen Ikea" war eine Familienangelegenheit. Immer wieder waren die Angeklagten mit einem extra verstärkten Kinderwagen bei Ikea im Dortmunder Indupark aufgetaucht, manchmal mehrfach am Tag. Geklaut wurde alles, was sich später gut verkaufen ließ: Elektronik, Werkzeuge und kleinere Möbel.

Ikea-Diebe legten umfangreiches Geständnis ab

Im Prozess vor dem Essener Landgericht hatten die fünf Männer anfangs gemauert, dann aber umfassende Geständnisse abgelegt. Ikea hatte dagegen offenbar kein Interesse am Ausgang des Verfahrens. "Es wurde nicht einmal die Schadenshöhe mitgeteilt", sagte Verteidiger Hans Reinhardt. Genau die ist umstritten.

Anfangs war von rund 350.000 Euro die Rede. Inzwischen gehen die Richter eher von 20.000 Euro aus. Mehr kann den Angeklagten zumindest nicht nachgewiesen werden. Dass die Strafen trotzdem hoch ausgefallen sind - vier der fünf Männer müssen ins Gefängnis - hat seine Gründe in der Vergangenheit. Allein im Vorstrafenregister des Familienoberhauptes und neunfachen Vaters stehen 20 Einträge.

Gab es auch in anderen Möbelhäusern Beutezüge?

Im Prozess ging es nur um Diebstähle bei Ikea. Es gibt Hinweise, dass es auch in anderen Möbelhäusern zu Beutezügen gekommen ist. Richter Martin Hahnemann: "Das Team musste für Ikea nicht extra zusammengestellt werden. Es bestand schon aus früheren Straftaten."

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